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Fondsgebundene Rentenversicherung

Die Deutschen sind Weltmeister im Sparen. Doch das meiste Geld landet auf dem Sparbuch, statt in Aktien, ETFs und Co. Die Relevanz von privatem Vermögensaufbau wird angesichts der Rentenentwicklung aber immer wichtiger. Norwegen und Schweden zeigen, wie eine fondsgebundene Rentenversicherung möglich ist. 

Wie sparen die Deutschen?

Die Idee, Geld in Aktien anzulegen ist auch in Deutschland nicht neu. Ökonom Oswald von Neu-Breuning hat schon in den 50er Jahren den Besitz von Aktien bei Arbeitnehmern vorgeschlagen. Auch Ludwig Erhard erkannte die Vorteile von breit gestreutem Eigentum. Daraufhin wurde 1961 das erste Vermögensbildungsgesetz beschlossen. 

Das heutige Vermögensbildungsgesetz besagt, dass geringverdienende Arbeitnehmer vermögenswirksame Leistungen durch den Arbeitgeber geltend machen können. Dieser legt eine Arbeitnehmersparzulage in gesetzlich vorgegebener Form an. Es können so jährlich bis zu 400 Euro eingezahlt werden und das Geld darf sieben Jahre nicht angerührt werden. 

Der Staat bietet außerdem Bausparprämien, Baukindergeld und Riester-Förderung für Immobilien. Zudem erhalten Unternehmen einen geringen Freibetrag, wenn sie ihre Mitarbeiter mit Aktien am Unternehmensvermögen beteiligen. Würde man all diese Maßnahmen bündeln, könnte man mit solch einer großen Summe wesentlich effektiver einen Vermögensgrundstock bilden.

Das deutsche Sparverhalten setzt traditionell auf verzinsliche Anlageformen, wie Sparbuch, Tagesgeld und Co und das obwohl Investitionen in reale Sachwerte wie Fonds, Aktien und ETFs mehr einbringen. Vielen ist der schnelle Zugriff auf ihr Geld sehr wichtig und das in Zeiten von Null- oder sogar Negativzinsen. 

Die Sparquote in Deutschland steigt seit 2014 stetig und lag somit 2018 in privaten Haushalten bei 11 Prozent. Das gesparte Geld landet aber immer noch größtenteils auf veralteten Sparanlagen. Nur etwa 20 Prozent des Vermögens wird in Aktien und Investmentfonds angelegt. 2019 lag das gesamte Geldvermögen der deutschen Haushalte 2019 bei 6,6 Billionen Euro. 

Nach Berechnungen der Deutschen Zentralbank ist gut ein Viertel auf solchen schnell zugänglichen Sparformen deponiert. Laut Umfragen wissen etwa 74 Prozent der Befragten auch, dass diese Sparvariante nichts abwirft und dennoch schrecken viele noch vor dem Investieren in andere Anlageformen zurück.  

Im Jahr 2018 besaßen etwa 10,3 Millionen Deutsche Anteilsscheine von Unternehmen oder Aktienfonds. Das entspricht einer Quote von 16 Prozent. Im Vergleich dazu liegt sie in den USA dagegen bei über 50 Prozent. 

Anlageverhalten in den USA

In den USA liegt die Quote der privaten Anleger bei über 50 Prozent. Und das nicht erst in Zeiten modernster Technologien, sondern schon seit über 20 Jahren. Die Quote war von 2001 bis 2008 mit 62 Prozent sogar noch höher als heute. Danach sank sie durch die Rezession auf etwa 55 Prozent und liegt bis heute auf etwa gleichem Niveau. Die Tendenz am Aktienmarkt zu investieren, hängt stark vom Einkommen pro Haushalt, dem Bildungsstand, dem Alter und ethnischem Hintergrund ab.

In 2020 wurden 85 Prozent aller Investitionen von Amerikanern getätigt, die nach der Schule eine Ausbildung oder ein Studium angeschlossen haben oder ein Haushaltseinkommen von über 100.000 US-Dollar hatten. Der geringste Anteil fiel mit 22 Prozent auf Haushalte mit einem Einkommen unter 40.000 US-Dollar und 28 Prozent auf Hispanoamerikaner. 

Warum sind die Amerikaner anscheinend so viel interessierter, ihr Vermögen am Aktienmarkt anzulegen, als die Deutschen? 

Warum investieren so wenig Deutsche am Kapitalmarkt?

Ein Grund für die geringe Investitionsbereitschaft könnte mangelndes Wissen sein. Die finanzielle Bildung in Deutschland wird nicht durch den Staat gefördert, wie beispielsweise in den Niederlanden und Großbritannien. Die Haltung zu Investitionen hängt nach wie vor sehr stakt mit dem sozialen und familiären Hintergrund zusammen. 

Ein weiterer Grund sind die hohen Steuern in Deutschland. Kaum ein anderes Land führt so viele Steuern auf Arbeit ab wie Deutschland. Einzig in Belgien sind die steuerlichen Abgaben noch höher. Die durchschnittliche Belastung durch Einkommens- und Sozialsteuer liegt in Deutschland bei etwa 39 Prozent. Der OECD-Durchschnitt (Organisation for Economic Co-operation and Development) liegt bei nur 25,9 Prozent. 

Die Besteuerung von Kapitaleinkommen und Vermögen ist Deutschland allerdings geringer als in anderen Ländern.

Die Rentenversicherung in Deutschland

Jeder Arbeitnehmer ist in Deutschland gesetzlich rentenversichert. Die Rente wird in Deutschland durch ein Umlageverfahren durch die aktuellen Beitragszahler finanziert. Da es aber durch den demografischen Wandel immer mehr alte Menschen gibt als Beitragszahler, fällt auch die jährliche Rente immer geringer aus. Eine private Altersvorsorge oder ein neues Rentenkonzept wird demnach immer notwendiger. 

Ein neues Konzept könnte sich an dem Norwegischen Staatsfonds orientieren und mit den Ersparnissen der Bürger eine fondsgebundene Rentenversicherung aufbauen. Eine andere Möglichkeit könnten private Anbieter sein, die standardisierte Fondssparpläne zur Vermögensbildung und Altersvorsorge offerieren. 

Der Norwegische Ölfonds

In Norwegen wurde 1961 der Ölfonds gegründet, um auch nach dem Schwinden der Öl- und Gasquellen den Wohlfahrtsstaat zu finanzieren. Er ist der größte Staatsfonds der Welt und wird durch die staatlichen Einnahmen aus Ölgeschäften finanziert. Der Fonds investiert 70 Prozent seines Kapitals in Aktien, 25 Prozent in Staatsanleihen und 5 Prozent in Immobilien. Mit dieser Anlagestrategie gehören dem Fonds 1,4 Prozent sämtlicher auf der Welt ausgegebenen Aktien und er erzielt fast ausschließlich positive Renditen. 

Die Gewinne dienen der sozialen Vorsorge in Norwegen. Im vergangenen Jahr wurden mit dem Geld aber auch Kosten der Pandemie mitfinanziert. Außerdem soll der Fonds den Staatshaushalt in Balance halten. Der Ölfonds hat trotz Corona eine Rendite von über 10 Prozent Ende 2020 eingebracht. Das sind etwa 102 Milliarden Euro. Das liegt unter anderem auch an der schwachen Krone, denn der Fonds darf im Inland nicht investieren und hält die meisten Beteiligungen daher in Euro und Dollar.
Aktuell geht der Ölfonds immer mehr mit den Investitionen aus fossilen Energieträgern heraus und sucht immer mehr nach grünen und nachhaltigen Bereichen und Branchen.

Die Schwedenrente

In Schweden gibt es ein ähnliches Konzept zur Altersvorsorge, den AP7 Aktiefond. Der staatlich verwaltete Pensionsfonds ist einer der größten Anlagefonds Europas und verwaltete Ende August 2020 ein Vermögen von 57,8 Milliarden Euro. Das Rentensystem in Schweden finanziert sich ähnlich wie in Deutschland durch die staatliche Altersrente, die Betriebsrente vom Arbeitgeber und eine optionale private Vorsorge. 

Die Schweden zahlen 16 Prozent ihres Bruttoeinkommens in die staatliche Rente ein. Zusätzlich dazu werden weitere 5 Prozent des Einkommens in Vorsorgefonds investiert. Das können entweder private Fonds sein oder aber der staatlich geförderten AP7 Fonds. Die Entscheidung liegt bei den Arbeitnehmern. Vielen ist die aktive Entscheidung für einen privatwirtschaftlichen Fonds aber nicht wichtig. Ihr Anteil wird dann automatisch in den AP7 Fonds eingezahlt und dient so einer fondsgebundenen Rentenversicherung.

Eine Prognose für Deutschland

Die drei Beispiele zeigen, wie ein nachhaltiger Vermögensaufbau und damit eine Altersvorsorge funktionieren kann. Dafür bedarf es aber einem Umdenken zum einen der Regierung als auch der Bürger. Und wenigstens bei den Bürgern deutet sich eine positive Prognose an.

Seit Beginn 2020 interessieren sich die Deutschen plötzlich mehr für den Aktienmarkt. In der ersten Jahreshälfte wurden etwa 500.000 neue Wertpapierdepots eröffnet, vor allem in den Monaten März und April. Auffällig ist, dass das gestiegene Interesse ungefähr im gleichen Zeitraum beginnt, wie die Corona-Krise. Die Kunden möchten sich eigenständig absichern und nicht ausschließlich vom Geld des Staates abhängig sein. Hinzu kommt, dass es heute viel einfacher ist, Aktien zu kaufen oder ein Depot zu eröffnen, als noch vor wenigen Jahren. 

In Zeiten von Nullzinsen sind Aktien, Fonds und Co der einzige Weg nachhaltig und langfristig Vermögen aufzubauen und somit eine fondsgebundene Rentenversicherung zu betreiben. 

Wenn Du wissen willst, wie du erfolgreich dein Vermögen aufbauen kannst, wie in den gezeigten Beispielen, dann kontaktiere uns gerne auf mygreenfinance.de 

Berufsunfähigkeitsversicherung


Was passiert, wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann und berufsunfähig werde? Auf diese Frage sollte jeder und jede eine Antwort haben: eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Und je früher desto besser, denn desto günstiger werden die Beiträge und desto länger ist man geschützt.

Wann braucht man eine Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt?

Berufsunfähig ist man, wenn man seinen Beruf aufgrund eines Unfalls oder wegen einer dauerhaften Krankheit nicht mehr ausüben kann. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Der heutzutage häufigste Grund für eine Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen wie Burnout und Depressionen. Andere häufige körperliche Krankheiten, die zu Berufsunfähigkeit führen sind zum Beispiel starke Einschränkungen des Bewegungsapparates und Krebs. Unfälle als Ursache werden dagegen immer seltener. 

Je nach dem wie stark die Folgen von Krankheit oder Unfall sind, kann man entweder eine volle oder eine teilweise Berufsunfähigkeit erleiden. Die Berufsunfähigkeit bezieht sich immer auf den ausgeübten beziehungsweise gelernten Beruf. Im Gegensatz dazu gibt es noch die Erwerbsunfähigkeit. Das bedeutet, dass die betroffene Person auf unbestimmte Zeit nicht fähig ist, mehr als drei Stunden pro Tag einer Tätigkeit nachzugehen unabhängig vom Berufsfeld.

Wer entscheidet über eine Berufsunfähigkeit?

Laut Gesetz zahlt die Versicherung eine Berufsunfähigkeitsrente, wenn ein Arzt oder Gutachter eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent diagnostiziert. Diese 50 Prozent werden individuell ermittelt und hängen vorrangig mit der zuletzt ausgeübten Tätigkeit zusammen. Eine wichtige Orientierung ist die Anzahl der Arbeitsstunden, die man vor und nach dem Eintritt der Berufsunfähigkeit gearbeitet hat. Wenn von diesen nur noch zu maximal die Hälfte der Zeit geleistet werden können, zählt das als arbeitsunfähig. 

Aber natürlich spielt auch die Art und Dauer der Erkrankung eine wichtige Rolle und die verordnete Behandlung. Das diagnostiziert der behandelnde Arzt, aber über die tatsächliche Auszahlung einer Berufsunfähigkeitsrente entscheidet der Versicherer. 

Gibt es eine staatliche Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)?

Der Staat beziehungsweise die Krankenkasse zahlt zumindest ein Krankengeld im Falle eines längeren Arbeitsausfalls. Die Höhe dieses Krankengeldes entspricht höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens. Durch den Abzug der Sozialversicherung bleiben am Ende effektiv etwa 76 Prozent des Nettogehalts übrig. Allerdings ist die maximale Dauer der Zahlung auf etwa anderthalb Jahre beschränkt.

Nach dieser Zeit erhält man nur weiterhin Leistungen vom Staat, wenn eine Erwerbsunfähigkeit attestiert werden kann. Kann der Betroffene das nicht, kann aber auch nicht in dem zuvor ausgeübten Beruf arbeiten, muss er oder sie sich einen anderen Job suchen. 

Wie funktioniert eine private BU?

Eine private Versicherung gegen Berufsunfähigkeit funktioniert im Prinzip wie jede andere Versicherung. Die Versicherten zahlen einen monatlichen Beitrag und sind so für den Ernstfall abgesichert. Eine Berufsunfähigkeitsrente sollte etwa 70-80 Prozent des Nettogehalts abdecken.

Bei Vertragsabschluss wird über die Dauer und Höhe der Versicherung entschieden, ebenso über die Höhe und Art der monatlichen Zahlungen und die Höhe der Rente im Falle einer Berufsunfähigkeit. Diese Stellschrauben sind individuell je nach Alter bei Abschluss, Beruf und Risiko. Um eine solche BU-Versicherung abzuschließen, braucht man ein gesundheitliches Gutachten, das über das zu erwartende gesundheitliche Risiko Auskunft gibt. 

Zahlt die Versicherung bei Langzeitschäden durch eine Corona-Infektion oder Impfung?

In der Regel werden bei Vertragsabschluss alle Eventualitäten schriftlich festgehalten und somit alle Fälle bei denen eine Berufsunfähigkeitsrente fällig wird. So ist zum Beispiel oft eine Infektionsschutzklausel in einer BU enthalten. Das bedeutet, dass auch die Berufsunfähigkeit aufgrund einer Infektion abgesichert ist. Der genaue Wortlaut kann je nach Versicherer abweichen und sollte daher sehr gründlich geprüft werden.

Laut Definition ist der oder die Betroffene somit auch vor der Berufsunfähigkeit durch Folgeschäden nach einer Corona-Infektion geschützt. Doch wie ist es mit Schäden durch die Impfung?

Grundsätzliche Nebenwirkungen von Impfungen wie Fieber oder Kopfschmerzen werden natürlich nicht abgesichert. Bei Langzeitschäden und Beeinträchtigungen der betroffenen Person kann aber ein Versicherungsschutz fällig werden. Das muss allerdings in den Versicherungsbedingungen klar festgehalten werden.

Bei vielen Versicherer, die Berufsunfähigkeitsversicherungen sowie Unfallversicherungen anbieten, ist ein solcher Impfschutz schon enthalten. Dieser sichert dann gegen jede Art von Impfschaden ab, also auch gegen mögliche Folgen der Corona-Impfung. Wer jetzt erst eine Versicherung abschließen möchte, sollte also unbedingt auf den Impfschutz und die Konditionen achten.

Außerdem sollte man bei Vertragsabschluss stets korrekte Angaben machen und der Anzeigepflicht als Vertragsnehmer nachkommen. Sonst riskiert man im schlimmsten Fall eine Verweigerung der Berufsunfähigkeitsrente.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit Infektionsklausel

Welche Faktoren haben Einfluss auf die Höhe der monatlichen Beiträge?

Je nach Beruf berechnet sich der Versicherungsbeitrag. Anwälte, Ärzte und Berater gehören zum Beispiel zur Gruppe mit geringem Risiko. Altenpfleger, Künstler und Handwerker werden dagegen als risikoreichere Berufe eingestuft. 

Die Risikoeinstufung des Berufs ist aber nicht allein entscheidend. Der Gesundheitszustand des zu Versichernden zum Zeitpunkt des Eintritts hat großen Einfluss auf die Beitragshöhe. In jungen Jahren haben die meisten noch keine Vorerkrankungen oder Krankenhausaufenthalte hinter sich. 

Zudem zahlen junge Menschen über einen längeren Zeitraum ein, als ältere und können deshalb ihre monatlichen Beiträge in der Regel gering halten. Auch deshalb ist eine frühzeitige Entscheidung von Vorteil.

Gesundheitliche Faktoren sind zum Beispiel genetische Prädispositionen oder gefährliche Hobbys. Starkes Übergewicht oder psychische Erkrankungen können zu einem Risikozuschlag führen. Versicherungsunternehmen können individuell entscheiden, ob sie gegen gewisse Gesundheitsrisiken gar nicht versichern. Menschen mit Rückenbeschwerden werden beispielsweise häufig nicht gegen Wirbelsäulenerkrankungen abgesichert. Auch psychische Erkrankungen können als Ausschlusskriterien gelten.

Außerdem entscheidet natürlich die Höhe des derzeitigen Einkommens über die Höhe der monatlichen Beiträge, ebenso wie das Alter bis zu dem die Versicherung laufen soll. 

Was wenn ich noch gar keinen Beruf habe?

Bei Studierenden und Auszubildenden wird der angestrebte Beruf als Referenz genommen. Das muss schriftlich bei Vertragsabschluss festgehalten sein. Einige Versicherer haben keine festgelegte Regelung für Studierende und Auszubildende. In solchen Fällen kann eigenständig die angestrebte Berufswahl vermerkt werden, um im Ernstfall Streitigkeiten zu vermeiden.

Steht man schon im Berufsleben, wird für die Berufsunfähigkeitsversicherung der ausgeübte beziehungsweise gelernte Beruf als Berechnungsgrundlage genommen.

Welche Tarife gibt es?

Für Auszubildende und Studierende gibt es häufig Einsteiger- oder Startertarife. Der oder die Versicherte startet hier mit einem geringen Monatsbeitrag, der sich über die Jahre erhöht. Sobald es die finanziellen Mittel zulassen, ist es ratsam, in den Normaltarif zu wechseln. Andernfalls bleibt diese Beitragsdynamik über die gesamte Laufzeit erhalten. Der Wechsel zum Normaltarif kann ohne erneute Gesundheitsprüfung erfolgen. Das sollte man bei der Tarifwahl ist unbedingt beachten, um eine mögliche Erhöhung der Kosten zu vermeiden.

Leistungsdynamik & Gehaltserhöhung

Eine Rente mit Leistungsdynamik bedeutet, dass sich die Rente im Falle der Berufsunfähigkeit jedes Jahr erhöht. Das wirkt zum Beispiel der Inflation entgegen. Allerdings erhöhen sich die zu zahlenden Monatsbeiträge sehr stark. Das kann jede(r) individuell entscheiden und ist natürlich vom Berufsrisiko abhängig. Diese Leistungsdynamik muss allerdings bei Vertragsabschluss festgelegt werden. Nachträglich kann man das meist nicht mehr anpassen.

Die monatliche Rente kann auch pauschal erhöht werden. Das ist zum Beispiel ratsam bei einem besser bezahlten Job oder einer Gehaltserhöhung. Diese Anpassung erfolgt in vielen Fällen ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Ein Beispiel

Beispielhafte Beiträge für eine 19-jährige Studentin, die sich für eine Rente von 1000€ monatlich absichert liegen im besten Fall bei etwa 29 Euro monatlich im ersten Jahr und 42 Euro im 5. Jahr. Bei einem Wechsel zum Normaltarif belaufen sich die Beiträge bis zum Ende der Versicherungslaufzeit (65 J.) auf etwa 106 Euro im Monat. Damit ist die Studentin für einen verhältnismäßig geringen Betrag ihr komplettes Arbeitsleben geschützt vor dem finanziellen Ruin durch Berufsunfähigkeit.

Wenn Du wissen willst, welche Berufsunfähigkeitsversicherung am besten zu Dir passt oder wie Deine Chancen für einen günstigen Tarif stehen, kontaktiere uns gerne hier über mygreenfinance.de.

Erhöhung der Krankenkassenbeiträge

Die Die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge hat begonnen. Der Zusatzbeitragssatz zur gesetzlichen Krankenkasse erhöht sich 2021 bundesweit für alle Versicherten. Welche Kosten das verursacht und warum die Beiträge überhaupt steigen, erklären wir hier.


Welche Aufgabe hat eine Krankenkasse überhaupt?

Die Hauptaufgabe der Krankenkassen, ist die Gesundheit ihrer Mitglieder zu erhalten oder wiederherzustellen. Außerdem gehören zu den Zielen gesundheitliche Aufklärung und der Weg zu einer gesunden Lebensführung. 

Die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland wurde 1883 von Otto von Bismarck eingeführt. Deutschland ist damit das erste Land mit einer nationalen Sozialversicherung, die sich über die Jahre zu einem umfänglichen sozialen Absicherungssystem entwickelte. Heute sind etwa 88 Prozent der Bevölkerung in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. 

Seit 2009 besteht in Deutschland eine Versicherungspflicht für alle Bürger. Bis dahin gab es einzelne Berufsgruppen, die sich auch gegen eine Krankenversicherung entscheiden konnten. 

Wer kann sich gesetzlich versichern?

Arbeitnehmer, deren Bruttojahreseinkommen (Jahresarbeitsentgelt; JAEG) unter der Grenze von 64.350 Euro liegt, sind automatisch bei der gesetzlichen Krankenkasse versichert. Das nennt sich „pflichtversichert“. Liegt das Einkommen über dieser Grenze, haben Arbeitnehmer die Wahl zwischen einer privaten oder gesetzlichen Krankenkasse. Für Selbstständige gilt das Gleiche unabhängig vom JAEG. Jene Versicherungsnehmer sind dann „freiwillig“ versichert. Dieses Wort bedeutet allerdings nur, dass man die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung hat.

Denn egal ob privat oder gesetzlich, eine Krankenversicherung ist Pflicht. Zusätzlich können Mitglieder einer gesetzlichen Krankenversicherung Kinder oder Ehepartner ohne eigenes Einkommen beitragsfrei mitversichern. Kinder sind in der Regel bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres bei einem Elternteil mitversichert. Auch Arbeitssuchende und Hartz4- Empfänger sind in der Krankenkasse pflichtversichert.

Welche Leistungen bietet die gesetzliche Krankenkasse?

In der gesetzlichen Krankenversicherung sind die Leistungen für alle Mitglieder ähnlich. Jede Krankenkasse kann ihr Angebot minimal anpassen, dahinter steht aber im Wesentlichen der gleiche Leistungskatalog.

Die Leistungen unterliegen einem Wirtschaftlichkeitsgebot. Das bedeutet, sie müssen zweckmäßig sein und dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Das wäre in Schulnoten übersetzt nicht viel besser als eine 4, also ausreichend. Die Leistungen dienen der Vorbeugung, Behandlung und Vermeidung von Krankheiten. Allerdings kann der Gesetzgeber den Umfang der Leistungen jederzeit anpassen und auch streichen. Es gibt keine Garantie für die Versicherten.

Anders ist das bei der privaten Versicherung. Dort werden bei Vertragsabschluss individuelle Leistungen festgelegt. Diese Leistungen, ebenso wie das zu erwartende Krankheits-Risiko der versicherten Person, entscheiden dann über die Höhe der Beiträge. Leistungen, die einmal zugesichert wurden und die in dem Beitrag enthalten sind, können nicht nachträglich gestrichen werden (Leistungsgarantie). Außerdem haben die Versicherten das Recht auf eine Leistungsübersicht. Die können gesetzlich Versicherte nicht einsehen.

Woraus setzen sich die Beiträge zusammen? 

Der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 14,6 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Für freiwillig Versicherte sind es 14 Prozent. Dazu kommt seit 2015 der Zusatzbeitrag. Dessen Höhe kann jede Krankenkasse individuell festlegen. Die Hälfte des Beitragssatzes ebenso wie des Zusatzbeitrags zahlt seit 2019 der Arbeitgeber. Zuvor mussten die Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag in voller Höhe selbst zahlen.

Was ist der Zusatzbeitrag?

Der Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung wurde 2015 eingeführt und soll den Krankenkassen helfen, finanzielle Engpässe auszugleichen und den Wettbewerb zwischen den Kassen fördern. Anders als bei dem normalen Beitragssatz, gibt es für den Zusatzbeitrag keine Obergrenze. Je höher das Einkommen, desto höher der Zusatzbeitrag. 

Beitragsentwicklung der gesetzlichen Krankenkassen

In den vergangenen 30 Jahren sind die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung kontinuierlich angestiegen. Hauptsächlich ist die Erhöhung auf den medizinischen und technischen Fortschritt zurückzuführen. Außerdem wirkt eine regelmäßige Erhöhung als Inflationsausgleich. Im Gegensatz dazu haben sich die Leistungen über die Jahre allerdings nicht erhöht. Im Gegenteil, es entfallen viele Leistungen sogar, wie zum Beispiel finanzielle Zuschüsse zu Sehhilfen (Kontaktlinsen etc. sind auch inbegriffen) oder Vorsorgeuntersuchungen.

Warum erhöht sich der Zusatzbeitrag?

Im kommenden Jahr erhöhen sich die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung. Das hat das Bundesgesundheitsministerium festgelegt, da eine Finanzierungslücke von 16 Milliarden Euro bei den Gesetzlichen Krankenversicherungen zu erwarten ist.

Das liegt zum großen Teil an den Zusatzausgaben durch die Corona - Pandemie. Die unerwartete Finanzierung der Corona-Tests ist unter anderem ein großer Kostenträger. Zudem konnten viele Behandlungen aufgrund der Pandemie vergangenen Jahres nicht durchgeführt werden. Diese werden nun in dieses Jahr verschoben und die zusätzlichen Kosten führen dann zusätzlich zu der Beitragserhöhung.

Diese Finanzierungslücke wird zu 5 Milliarden Euro aus Bundesmitteln und zu 8 Milliarden Euro aus Rücklagen der Krankenkassen ausgeglichen. Die restlichen 3 Milliarden Euro werden über eine Erhöhung der Zusatzbeiträge finanziert. Der Zusatzbeitrag erhöht sich somit in 2021 durchschnittlich um 0,2 Prozent auf 1,3 Prozent. Darauf einigten sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Finanzminister Olaf Scholz in einem Konzeptpapier. Durch diese Aufteilung sollen die Sozialbeiträge unter der Grenze von 40 Prozent gehalten werden.

Wer zahlt den Zusatzbeitrag?

Alles Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen müssen zusätzlich zu dem allgemeinen Beitragssatz auch den Zusatzbeitrag zahlen. Ausgenommen sind Empfänger von Arbeitslosengeld I und II und Empfänger von Sozialhilfe oder Grundsicherung. Außerdem sind Menschen mit Behinderung von der Zahlung befreit sowie Versicherte, die Mutterschafts- oder Elterngeld beziehen.

Welche Krankenkassen erhöhen die Beiträge?

Viele Krankenkassen erhöhen 2021 ihre Zusatzbeiträge. Je nach Bundesland kann das unterschiedlich hoch ausfallen. In Berlin erhöht die AOK-Nordost und die Barmer ihren Zusatzbeitrag auf 1,5 Prozent von zuvor 0,6 beziehungsweise 0,4 Prozent. Damit liegen die Beiträge inklusive Zusatzbeitrag bei jeweils 16,10 Prozent. Krankenkassen, die ihre Beiträge 2021 nicht erhöhen sind zum Beispiel die Heimat Krankenkasse (HKK) und die BKK firmus. Letztere behält den Satz von 0,44 Prozent bei und liegt so insgesamt bei 15,04 Prozent.

Wenn Du wissen willst, wie hoch der Zusatzbeitrag bei deiner Krankenkasse ansteigt, kannst Du hier nachschauen:

https://www.krankenkasseninfo.de/krankenkassen/zusatzbeitrag/?m=e&q=zusatzbeitrag%20krankenkasse&p=&p=&d=c&gclid=CjwKCAiA57D_BRAZEiwAZcfCxdD9W5XUlg3TIuAXUg01_FCxp1Pe0hgW98um5T4H--2zvQMP5VPucRoChdIQAvD_BwE

Erhöhen sich die Beiträge für private Krankenkassen auch?

Auch bei der privaten Krankenversicherung ist eine Erhöhung der Beiträge möglich. Allerdings dürfen die Beiträge per Gesetz erst angehoben werden, wenn festgelegte Schwellenwerte überschritten werden. Das hat zur Folge, dass Beitragserhöhungen seltener anfallen, aber dann erheblich höher sind. 

Wie kündige ich meine Krankenkasse?

Normalerweise muss eine Kündigung der Krankenversicherung eine Frist von zwei Monaten zum Ende des übernächsten Monats erfolgen. Allerdings gelten bei Beitragserhöhungen spezielle Regelungen. Alle Mitglieder, deren GKV den Zusatzbeitrag erhöht, haben ein Sonderkündigungsrecht. Die Kündigung muss bis spätestens Ende des Monats eingereicht werden, für den erstmalig der erhöhte Beitrag fällig wird. Informiert die Krankenkasse ihre Mitglieder zu spät oder gar nicht über eine Erhöhung, verlängern sich die Fristen entsprechend. 

Ist ein Wechsel sinnvoll?

Es ist immer ratsam, einen Überblick über die monatlichen Kosten zu haben und diese regelmäßig zu überprüfen. Das kann unnötige Zusatzkosten verhindern. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Deine Krankenversicherung richtig für Dich ist oder eine andere besser zu Dir und Deinen Finanzen passt, kontaktiere uns gerne auf mygreenfinance.de.

Der untenstehenden Grafik kann man entnehmen, dass sich die Beiträge über die letzten Jahre stetig erhöht haben. Grund dafür ist zum einen der technische und medizinische Fortschritt und zum anderen der Inflationsausgleich. Im Kontrast dazu haben sich die Leistungen nicht erhöht. Im Gegenteil, es wurden viele Leistungen gekürzt oder ganz gestrichen, wie zum Beispiel finanzielle Zuschüsse zur Brille oder Vorsorgeuntersuchungen.

Der Zusatzbeitrag, der sich nun erhöht, wurde erst 2015 eingeführt und von jeder Krankenkasse individuell festgelegt. Es lohnt sich also über einen Wechsel nachzudenken. Bis zum 31.01.2021 greift ein Sonderkündigungsrecht für alle Versicherten, bei denen sich die Beiträge erhöhen. Ein Vergleich der verschiedenen gesetzlichen Krankenversicherungen ist sinnvoll und kann unnötig hohe Beiträge verhindern.

Wenn Du Deine Krankenversicherung kostenlos prüfen lassen möchtest, dann melde Dich bei uns über MyGreenFinance.de oder Deine/n Botschafter/in. 

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