Riester Rente Sinnvoll

Riester Rente Sinnvoll? Lohnt sich die staatlich geförderte Altersvorsorge?

Ist die Riester Rente sinnvoll für Dich? In Deutschland sind etwa 100 Milliarden Euro in Lebensversicherungen angelegt, wie zum Beispiel der Riester-Rente. Doch immer mehr Versicherer können die einst versprochenen Garantien nicht mehr auszahlen. Einige Kunden bekommen am Ende nicht einmal die Summe, die sie eingezahlt haben. Woran das liegt, erfährst Du in diesem Text. 

Was ist eine Lebensversicherung?

Eine Lebensversicherung sichert Risikofälle wie Tod oder Invalidität ab. Rentenversicherungen gehören auch zu den Lebensversicherungen. Die Versicherungsleistung wird im Vertrag festgelegt und im Falle der Rentenversicherung meist monatlich ausgezahlt. 

Die erste Lebensversicherung in Deutschland wurde 1827 von der Gothaer Lebensversicherungsbank angeboten. Es gibt verschiedene Kriterien nach denen man die einzelnen Versicherungen unterscheiden kann. Grundsätzlich wird entweder der Todes- oder Erlebensfall versichert. Also ob die Auszahlung im Falle des Todes an Verwandte gezahlt wird oder aber der Versicherte sie zum Zeitpunkt des „Erlebens“ selbst erhält. Es gibt auch Mischformen, die beide Fälle absichern. Außerdem unterscheidet man nach Art der Beitragszahlungen, der Versicherungsleistung, nach Versicherungsfall oder Kapitalbildung. 

Die Kapitalbildung unterscheidet sich zum einen in die Risiko-Versicherung und in die kapitalbildende Versicherung. Bei der Risiko-Versicherung wird kein oder nur vorübergehend Kapital gebildet. Die vertraglich vereinbarte Versicherungssumme wird nur im Versicherungsfall, zum Beispiel einer Berufsunfähigkeit, ausgezahlt. Tritt der Versicherungsfall nicht ein, wird auch nichts ausgezahlt, weshalb die Beiträge verhältnismäßig gering sind. 

Bei der kapitalbildenden Versicherung wird ein Teil der Beiträge zur Kapitalbildung verwendet und später sicher wieder ausgezahlt. Die Rentenversicherung zählt zum Beispiel zu den kapitalbildenden Versicherungen, da die Auszahlung der Rente sehr wahrscheinlich ist und deshalb besonders viel Kapital gebildet werden muss. 

Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt und ist nach Walter Riester benannt, der von 1998 bis 2002 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung war. Er wollte damit die freiwillige Altersvorsorge durch eine Altersvorsorgezulage fördern. Die Riester-Rente ist eine privat finanzierte Rente, die aber durch staatliche Zuschüsse gefördert wird. Die stetig sinkenden Auszahlungen der gesetzlichen Rente sollen durch die privaten Einzahlungen inklusive der staatlichen Zulagen aufgestockt werden. 

Zulageberechtigte Personen sind zum Beispiel alle rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer und Selbstständige, ALG-II-Empfänger und Wehr- und Zivildienstleistende.

Der Staat unterstützt die Riester-Sparer mit Zulagen und Steuervorteilen. Es gibt die Grundzulage, die jeder Versicherte jährlich erhält, den Berufseinsteiger-Bonus und die Kinderzulage. Die Zulagen vom Staat werden aber nur dann in voller Höhe gezahlt, wenn der Versicherte einen Mindesteigenbeitrag leistet. Dieser beträgt vier Prozent des Vorjahres-Bruttoeinkommens - inklusive Zulagen - und mindestens 60 Euro pro Jahr. Der maximale Zulagenbetrag beträgt 2100 Euro pro Jahr. 

Ein Beispiel: Eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern hat ein Bruttoeinkommen von 20.000 Euro. Vier Prozent davon sind 800 Euro. Davon werden 175 Euro Grundzulage und 600 Kinderzulage abgezogen. Dann bleiben 25 Euro übrig, da der Sockelbeitrag aber 60 Euro beträgt, muss sie diese einzahlen, damit sie den vollen Zulagensatz von 775 Euro erhält. Damit liegt ihre Förderquote bei 72 Prozent. 

Kritik an der Riester-Rente

Die Riester-Rente wird schon seit langem kritisch diskutiert. Aber warum? 

Ein Grund dafür ist der hohe Bürokratieaufwand. Viele Kunden scheitern schon am Zulagenantrag oder der Verrechnung in der Steuererklärung. Das Bundesfinanzministerium bestätigt, dass 2016 nur 52,6 Prozent der Anleger den vollen Zulagensatz erhalten haben. 

Hinzu kommt noch der hohe Verwaltungsaufwand und die damit einhergehenden Kosten. Bei einigen Anbietern übersteigen die Gebühren sogar die staatlichen Zulagen. Das sind zum Beispiel Vertriebs- und Verwaltungskosten, sowie Abschlusskosten. Außerdem lohnt sich die Riester-Rente nur, wenn man fast ohne Unterbrechung 40 Jahre oder mehr arbeitet und dementsprechend einzahlt. Wer für längere Zeit beschäftigungslos ist oder generell wenig verdient, für den springt am Ende oft wenig raus. Studien haben gezeigt, dass ein Durchschnittsverdiener, der 2012 seinen Vertrag abgeschlossen hat, mindestens 90 Jahre alt werden muss, um überhaupt von den eingezahlten Beiträgen profitieren zu können. 

Ein weiterer großer Kritikpunkt, der nicht nur die Riester-Rente, sondern generell Lebensversicherungen in Form von verzinsten Sparanlagen betrifft, ist die aktuelle Zinspolitik. Durch Null- oder Negativzinsen können viele Versicherungsunternehmen ihre einst versprochenen Renditen nicht mehr garantieren.

Viele Versicherer stehen vor der Pleite

Viele Anbieter von Lebensversicherungen stehen schon lange vor finanziellen Problemen. Sie erwirtschaften zu wenig Gewinn und können so die Versicherungspolicen nicht mehr halten. Etwa 100 Milliarden Euro sind in solchen Lebensversicherungen in Deutschland angelegt. Das hat der Bund der Versicherten (BdV) überschlagen. Außerdem überprüft der Bund, welche Unternehmen besonders in Gefahr sind. 

Zu den Unternehmen, die sowohl mit Verlusten rechnen müssen, als auch finanziell angeschlagen sind, gehören unter anderem die DEVK LV a.G., die Frankfurter LV AG und die RheinLand LV AG. Doch auch zahlreiche weitere Unternehmen erwartet eine schwierige Situation. Laut dem Bund der Versicherten sind mehr als ein Viertel der 84 untersuchten Unternehmen in finanzieller Misslage.

Grund für die prekäre finanzielle Situation der Versicherer ist vor allem die Nullzinspolitik der EZB. Und diese wird sich voraussichtlich auch in den nächsten 10 Jahren nicht ändern. Die eingezahlten Beiträge der Versicherten werden so kaum bis gar nicht mehr verzinst und verlieren durch die Inflation sogar noch an Wert. Die Folgen sind zumeist Altersarmut und Obdachlosigkeit, sofern nicht anderweitig vorgesorgt wurde.

Auch die rückläufigen Abschlusszahlen von Verträgen wirken sich negativ auf die Bilanz der Versicherer aus. 

Wie sieht die Zukunft für Versicherungsunternehmen aus?

Seit 2004 gibt es „Protektor“, einen gesetzlichen Sicherungsfonds für Lebensversicherungen. Dieser springt ein, wenn ein Versicherer die Policen nicht mehr zahlen kann. Diese Hilfe kommt allerdings nur den Unternehmen zugute, die bei Protektor Mitglied sind. 

Generell muss individuell geschaut werden, ob sich der Riester-Vertrag noch lohnt oder nicht. Der Altersvorsorge-Experte Niels Nauhauser erklärt, dass ab einer Förderquote von 40 Prozent der Vertrag vorteilhaft sei. In der jährlichen Standmitteilung können die Versicherten ihre zukünftigen Prämien, Boni und Kosten ablesen. 

Neben Protektor gibt es noch andere Pläne, um die Riester-Rente transparenter und somit sicherer für die Kunden zu gestalten. Ein Fünf-Punkte-Plan zur Riester-Reform fordert standardisierte Basisprodukte und eine transparentere Förderung für Anleger. Außerdem soll das Zulageverfahren automatisiert werden und die Beitragsgarantie an den aktuellen Kapitalmarkt angeglichen werden. 

Kann ich meine Riester-Rente kündigen?

Grundsätzlich kann man den Vertrag der Riester-Rente kündigen. Allerdings muss man meistens die bis dahin in Anspruch genommenen Steuervorteile und Zulagen zurückzahlen. 

Es gibt aber noch einen anderen Weg, das eingezahlte Geld aus einer Lebensversicherung zurückzukriegen. Über eine Rückabwicklung kann man Verträge ohne Geldverlust auflösen und in einigen Fällen sogar mit mehr rauskommen als eingezahlt wurde.

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