Category Archives for Geldanlage

Riester Rente Sinnvoll? Lohnt sich die staatlich geförderte Altersvorsorge?

Ist die Riester Rente sinnvoll für Dich? In Deutschland sind etwa 100 Milliarden Euro in Lebensversicherungen angelegt, wie zum Beispiel der Riester-Rente. Doch immer mehr Versicherer können die einst versprochenen Garantien nicht mehr auszahlen. Einige Kunden bekommen am Ende nicht einmal die Summe, die sie eingezahlt haben. Woran das liegt, erfährst Du in diesem Text. 

Was ist eine Lebensversicherung?

Eine Lebensversicherung sichert Risikofälle wie Tod oder Invalidität ab. Rentenversicherungen gehören auch zu den Lebensversicherungen. Die Versicherungsleistung wird im Vertrag festgelegt und im Falle der Rentenversicherung meist monatlich ausgezahlt. 

Die erste Lebensversicherung in Deutschland wurde 1827 von der Gothaer Lebensversicherungsbank angeboten. Es gibt verschiedene Kriterien nach denen man die einzelnen Versicherungen unterscheiden kann. Grundsätzlich wird entweder der Todes- oder Erlebensfall versichert. Also ob die Auszahlung im Falle des Todes an Verwandte gezahlt wird oder aber der Versicherte sie zum Zeitpunkt des „Erlebens“ selbst erhält. Es gibt auch Mischformen, die beide Fälle absichern. Außerdem unterscheidet man nach Art der Beitragszahlungen, der Versicherungsleistung, nach Versicherungsfall oder Kapitalbildung. 

Die Kapitalbildung unterscheidet sich zum einen in die Risiko-Versicherung und in die kapitalbildende Versicherung. Bei der Risiko-Versicherung wird kein oder nur vorübergehend Kapital gebildet. Die vertraglich vereinbarte Versicherungssumme wird nur im Versicherungsfall, zum Beispiel einer Berufsunfähigkeit, ausgezahlt. Tritt der Versicherungsfall nicht ein, wird auch nichts ausgezahlt, weshalb die Beiträge verhältnismäßig gering sind. 

Bei der kapitalbildenden Versicherung wird ein Teil der Beiträge zur Kapitalbildung verwendet und später sicher wieder ausgezahlt. Die Rentenversicherung zählt zum Beispiel zu den kapitalbildenden Versicherungen, da die Auszahlung der Rente sehr wahrscheinlich ist und deshalb besonders viel Kapital gebildet werden muss. 

Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt und ist nach Walter Riester benannt, der von 1998 bis 2002 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung war. Er wollte damit die freiwillige Altersvorsorge durch eine Altersvorsorgezulage fördern. Die Riester-Rente ist eine privat finanzierte Rente, die aber durch staatliche Zuschüsse gefördert wird. Die stetig sinkenden Auszahlungen der gesetzlichen Rente sollen durch die privaten Einzahlungen inklusive der staatlichen Zulagen aufgestockt werden. 

Zulageberechtigte Personen sind zum Beispiel alle rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer und Selbstständige, ALG-II-Empfänger und Wehr- und Zivildienstleistende.

Der Staat unterstützt die Riester-Sparer mit Zulagen und Steuervorteilen. Es gibt die Grundzulage, die jeder Versicherte jährlich erhält, den Berufseinsteiger-Bonus und die Kinderzulage. Die Zulagen vom Staat werden aber nur dann in voller Höhe gezahlt, wenn der Versicherte einen Mindesteigenbeitrag leistet. Dieser beträgt vier Prozent des Vorjahres-Bruttoeinkommens - inklusive Zulagen - und mindestens 60 Euro pro Jahr. Der maximale Zulagenbetrag beträgt 2100 Euro pro Jahr. 

Ein Beispiel: Eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern hat ein Bruttoeinkommen von 20.000 Euro. Vier Prozent davon sind 800 Euro. Davon werden 175 Euro Grundzulage und 600 Kinderzulage abgezogen. Dann bleiben 25 Euro übrig, da der Sockelbeitrag aber 60 Euro beträgt, muss sie diese einzahlen, damit sie den vollen Zulagensatz von 775 Euro erhält. Damit liegt ihre Förderquote bei 72 Prozent. 

Kritik an der Riester-Rente

Die Riester-Rente wird schon seit langem kritisch diskutiert. Aber warum? 

Ein Grund dafür ist der hohe Bürokratieaufwand. Viele Kunden scheitern schon am Zulagenantrag oder der Verrechnung in der Steuererklärung. Das Bundesfinanzministerium bestätigt, dass 2016 nur 52,6 Prozent der Anleger den vollen Zulagensatz erhalten haben. 

Hinzu kommt noch der hohe Verwaltungsaufwand und die damit einhergehenden Kosten. Bei einigen Anbietern übersteigen die Gebühren sogar die staatlichen Zulagen. Das sind zum Beispiel Vertriebs- und Verwaltungskosten, sowie Abschlusskosten. Außerdem lohnt sich die Riester-Rente nur, wenn man fast ohne Unterbrechung 40 Jahre oder mehr arbeitet und dementsprechend einzahlt. Wer für längere Zeit beschäftigungslos ist oder generell wenig verdient, für den springt am Ende oft wenig raus. Studien haben gezeigt, dass ein Durchschnittsverdiener, der 2012 seinen Vertrag abgeschlossen hat, mindestens 90 Jahre alt werden muss, um überhaupt von den eingezahlten Beiträgen profitieren zu können. 

Ein weiterer großer Kritikpunkt, der nicht nur die Riester-Rente, sondern generell Lebensversicherungen in Form von verzinsten Sparanlagen betrifft, ist die aktuelle Zinspolitik. Durch Null- oder Negativzinsen können viele Versicherungsunternehmen ihre einst versprochenen Renditen nicht mehr garantieren.

Viele Versicherer stehen vor der Pleite

Viele Anbieter von Lebensversicherungen stehen schon lange vor finanziellen Problemen. Sie erwirtschaften zu wenig Gewinn und können so die Versicherungspolicen nicht mehr halten. Etwa 100 Milliarden Euro sind in solchen Lebensversicherungen in Deutschland angelegt. Das hat der Bund der Versicherten (BdV) überschlagen. Außerdem überprüft der Bund, welche Unternehmen besonders in Gefahr sind. 

Zu den Unternehmen, die sowohl mit Verlusten rechnen müssen, als auch finanziell angeschlagen sind, gehören unter anderem die DEVK LV a.G., die Frankfurter LV AG und die RheinLand LV AG. Doch auch zahlreiche weitere Unternehmen erwartet eine schwierige Situation. Laut dem Bund der Versicherten sind mehr als ein Viertel der 84 untersuchten Unternehmen in finanzieller Misslage.

Grund für die prekäre finanzielle Situation der Versicherer ist vor allem die Nullzinspolitik der EZB. Und diese wird sich voraussichtlich auch in den nächsten 10 Jahren nicht ändern. Die eingezahlten Beiträge der Versicherten werden so kaum bis gar nicht mehr verzinst und verlieren durch die Inflation sogar noch an Wert. Die Folgen sind zumeist Altersarmut und Obdachlosigkeit, sofern nicht anderweitig vorgesorgt wurde.

Auch die rückläufigen Abschlusszahlen von Verträgen wirken sich negativ auf die Bilanz der Versicherer aus. 

Wie sieht die Zukunft für Versicherungsunternehmen aus?

Seit 2004 gibt es „Protektor“, einen gesetzlichen Sicherungsfonds für Lebensversicherungen. Dieser springt ein, wenn ein Versicherer die Policen nicht mehr zahlen kann. Diese Hilfe kommt allerdings nur den Unternehmen zugute, die bei Protektor Mitglied sind. 

Generell muss individuell geschaut werden, ob sich der Riester-Vertrag noch lohnt oder nicht. Der Altersvorsorge-Experte Niels Nauhauser erklärt, dass ab einer Förderquote von 40 Prozent der Vertrag vorteilhaft sei. In der jährlichen Standmitteilung können die Versicherten ihre zukünftigen Prämien, Boni und Kosten ablesen. 

Neben Protektor gibt es noch andere Pläne, um die Riester-Rente transparenter und somit sicherer für die Kunden zu gestalten. Ein Fünf-Punkte-Plan zur Riester-Reform fordert standardisierte Basisprodukte und eine transparentere Förderung für Anleger. Außerdem soll das Zulageverfahren automatisiert werden und die Beitragsgarantie an den aktuellen Kapitalmarkt angeglichen werden. 

Kann ich meine Riester-Rente kündigen?

Grundsätzlich kann man den Vertrag der Riester-Rente kündigen. Allerdings muss man meistens die bis dahin in Anspruch genommenen Steuervorteile und Zulagen zurückzahlen. 

Es gibt aber noch einen anderen Weg, das eingezahlte Geld aus einer Lebensversicherung zurückzukriegen. Über eine Rückabwicklung kann man Verträge ohne Geldverlust auflösen und in einigen Fällen sogar mit mehr rauskommen als eingezahlt wurde.

Wenn Du Deine Riester-Rente auflösen und einen neuen und effektiveren Weg zur Altersvorsorge aufbauen willst, kontaktiere uns hier über unsere Webseite. 

Fondsgebundene Rentenversicherung

Die Deutschen sind Weltmeister im Sparen. Doch das meiste Geld landet auf dem Sparbuch, statt in Aktien, ETFs und Co. Die Relevanz von privatem Vermögensaufbau wird angesichts der Rentenentwicklung aber immer wichtiger. Norwegen und Schweden zeigen, wie eine fondsgebundene Rentenversicherung möglich ist. 

Wie sparen die Deutschen?

Die Idee, Geld in Aktien anzulegen ist auch in Deutschland nicht neu. Ökonom Oswald von Neu-Breuning hat schon in den 50er Jahren den Besitz von Aktien bei Arbeitnehmern vorgeschlagen. Auch Ludwig Erhard erkannte die Vorteile von breit gestreutem Eigentum. Daraufhin wurde 1961 das erste Vermögensbildungsgesetz beschlossen. 

Das heutige Vermögensbildungsgesetz besagt, dass geringverdienende Arbeitnehmer vermögenswirksame Leistungen durch den Arbeitgeber geltend machen können. Dieser legt eine Arbeitnehmersparzulage in gesetzlich vorgegebener Form an. Es können so jährlich bis zu 400 Euro eingezahlt werden und das Geld darf sieben Jahre nicht angerührt werden. 

Der Staat bietet außerdem Bausparprämien, Baukindergeld und Riester-Förderung für Immobilien. Zudem erhalten Unternehmen einen geringen Freibetrag, wenn sie ihre Mitarbeiter mit Aktien am Unternehmensvermögen beteiligen. Würde man all diese Maßnahmen bündeln, könnte man mit solch einer großen Summe wesentlich effektiver einen Vermögensgrundstock bilden.

Das deutsche Sparverhalten setzt traditionell auf verzinsliche Anlageformen, wie Sparbuch, Tagesgeld und Co und das obwohl Investitionen in reale Sachwerte wie Fonds, Aktien und ETFs mehr einbringen. Vielen ist der schnelle Zugriff auf ihr Geld sehr wichtig und das in Zeiten von Null- oder sogar Negativzinsen. 

Die Sparquote in Deutschland steigt seit 2014 stetig und lag somit 2018 in privaten Haushalten bei 11 Prozent. Das gesparte Geld landet aber immer noch größtenteils auf veralteten Sparanlagen. Nur etwa 20 Prozent des Vermögens wird in Aktien und Investmentfonds angelegt. 2019 lag das gesamte Geldvermögen der deutschen Haushalte 2019 bei 6,6 Billionen Euro. 

Nach Berechnungen der Deutschen Zentralbank ist gut ein Viertel auf solchen schnell zugänglichen Sparformen deponiert. Laut Umfragen wissen etwa 74 Prozent der Befragten auch, dass diese Sparvariante nichts abwirft und dennoch schrecken viele noch vor dem Investieren in andere Anlageformen zurück.  

Im Jahr 2018 besaßen etwa 10,3 Millionen Deutsche Anteilsscheine von Unternehmen oder Aktienfonds. Das entspricht einer Quote von 16 Prozent. Im Vergleich dazu liegt sie in den USA dagegen bei über 50 Prozent. 

Anlageverhalten in den USA

In den USA liegt die Quote der privaten Anleger bei über 50 Prozent. Und das nicht erst in Zeiten modernster Technologien, sondern schon seit über 20 Jahren. Die Quote war von 2001 bis 2008 mit 62 Prozent sogar noch höher als heute. Danach sank sie durch die Rezession auf etwa 55 Prozent und liegt bis heute auf etwa gleichem Niveau. Die Tendenz am Aktienmarkt zu investieren, hängt stark vom Einkommen pro Haushalt, dem Bildungsstand, dem Alter und ethnischem Hintergrund ab.

In 2020 wurden 85 Prozent aller Investitionen von Amerikanern getätigt, die nach der Schule eine Ausbildung oder ein Studium angeschlossen haben oder ein Haushaltseinkommen von über 100.000 US-Dollar hatten. Der geringste Anteil fiel mit 22 Prozent auf Haushalte mit einem Einkommen unter 40.000 US-Dollar und 28 Prozent auf Hispanoamerikaner. 

Warum sind die Amerikaner anscheinend so viel interessierter, ihr Vermögen am Aktienmarkt anzulegen, als die Deutschen? 

Warum investieren so wenig Deutsche am Kapitalmarkt?

Ein Grund für die geringe Investitionsbereitschaft könnte mangelndes Wissen sein. Die finanzielle Bildung in Deutschland wird nicht durch den Staat gefördert, wie beispielsweise in den Niederlanden und Großbritannien. Die Haltung zu Investitionen hängt nach wie vor sehr stakt mit dem sozialen und familiären Hintergrund zusammen. 

Ein weiterer Grund sind die hohen Steuern in Deutschland. Kaum ein anderes Land führt so viele Steuern auf Arbeit ab wie Deutschland. Einzig in Belgien sind die steuerlichen Abgaben noch höher. Die durchschnittliche Belastung durch Einkommens- und Sozialsteuer liegt in Deutschland bei etwa 39 Prozent. Der OECD-Durchschnitt (Organisation for Economic Co-operation and Development) liegt bei nur 25,9 Prozent. 

Die Besteuerung von Kapitaleinkommen und Vermögen ist Deutschland allerdings geringer als in anderen Ländern.

Die Rentenversicherung in Deutschland

Jeder Arbeitnehmer ist in Deutschland gesetzlich rentenversichert. Die Rente wird in Deutschland durch ein Umlageverfahren durch die aktuellen Beitragszahler finanziert. Da es aber durch den demografischen Wandel immer mehr alte Menschen gibt als Beitragszahler, fällt auch die jährliche Rente immer geringer aus. Eine private Altersvorsorge oder ein neues Rentenkonzept wird demnach immer notwendiger. 

Ein neues Konzept könnte sich an dem Norwegischen Staatsfonds orientieren und mit den Ersparnissen der Bürger eine fondsgebundene Rentenversicherung aufbauen. Eine andere Möglichkeit könnten private Anbieter sein, die standardisierte Fondssparpläne zur Vermögensbildung und Altersvorsorge offerieren. 

Der Norwegische Ölfonds

In Norwegen wurde 1961 der Ölfonds gegründet, um auch nach dem Schwinden der Öl- und Gasquellen den Wohlfahrtsstaat zu finanzieren. Er ist der größte Staatsfonds der Welt und wird durch die staatlichen Einnahmen aus Ölgeschäften finanziert. Der Fonds investiert 70 Prozent seines Kapitals in Aktien, 25 Prozent in Staatsanleihen und 5 Prozent in Immobilien. Mit dieser Anlagestrategie gehören dem Fonds 1,4 Prozent sämtlicher auf der Welt ausgegebenen Aktien und er erzielt fast ausschließlich positive Renditen. 

Die Gewinne dienen der sozialen Vorsorge in Norwegen. Im vergangenen Jahr wurden mit dem Geld aber auch Kosten der Pandemie mitfinanziert. Außerdem soll der Fonds den Staatshaushalt in Balance halten. Der Ölfonds hat trotz Corona eine Rendite von über 10 Prozent Ende 2020 eingebracht. Das sind etwa 102 Milliarden Euro. Das liegt unter anderem auch an der schwachen Krone, denn der Fonds darf im Inland nicht investieren und hält die meisten Beteiligungen daher in Euro und Dollar.
Aktuell geht der Ölfonds immer mehr mit den Investitionen aus fossilen Energieträgern heraus und sucht immer mehr nach grünen und nachhaltigen Bereichen und Branchen.

Die Schwedenrente

In Schweden gibt es ein ähnliches Konzept zur Altersvorsorge, den AP7 Aktiefond. Der staatlich verwaltete Pensionsfonds ist einer der größten Anlagefonds Europas und verwaltete Ende August 2020 ein Vermögen von 57,8 Milliarden Euro. Das Rentensystem in Schweden finanziert sich ähnlich wie in Deutschland durch die staatliche Altersrente, die Betriebsrente vom Arbeitgeber und eine optionale private Vorsorge. 

Die Schweden zahlen 16 Prozent ihres Bruttoeinkommens in die staatliche Rente ein. Zusätzlich dazu werden weitere 5 Prozent des Einkommens in Vorsorgefonds investiert. Das können entweder private Fonds sein oder aber der staatlich geförderten AP7 Fonds. Die Entscheidung liegt bei den Arbeitnehmern. Vielen ist die aktive Entscheidung für einen privatwirtschaftlichen Fonds aber nicht wichtig. Ihr Anteil wird dann automatisch in den AP7 Fonds eingezahlt und dient so einer fondsgebundenen Rentenversicherung.

Eine Prognose für Deutschland

Die drei Beispiele zeigen, wie ein nachhaltiger Vermögensaufbau und damit eine Altersvorsorge funktionieren kann. Dafür bedarf es aber einem Umdenken zum einen der Regierung als auch der Bürger. Und wenigstens bei den Bürgern deutet sich eine positive Prognose an.

Seit Beginn 2020 interessieren sich die Deutschen plötzlich mehr für den Aktienmarkt. In der ersten Jahreshälfte wurden etwa 500.000 neue Wertpapierdepots eröffnet, vor allem in den Monaten März und April. Auffällig ist, dass das gestiegene Interesse ungefähr im gleichen Zeitraum beginnt, wie die Corona-Krise. Die Kunden möchten sich eigenständig absichern und nicht ausschließlich vom Geld des Staates abhängig sein. Hinzu kommt, dass es heute viel einfacher ist, Aktien zu kaufen oder ein Depot zu eröffnen, als noch vor wenigen Jahren. 

In Zeiten von Nullzinsen sind Aktien, Fonds und Co der einzige Weg nachhaltig und langfristig Vermögen aufzubauen und somit eine fondsgebundene Rentenversicherung zu betreiben. 

Wenn Du wissen willst, wie du erfolgreich dein Vermögen aufbauen kannst, wie in den gezeigten Beispielen, dann kontaktiere uns gerne auf mygreenfinance.de 

Kindersparplan

Der Führerschein zum 18. oder eine Auslandsreise nach dem Abitur oder im Studium. Eltern wünschen sich für ihre Kinder ein sorgenfreies Leben, finanzielle Freiheit und die Erfüllung großer Träume. Wie Du einen effektiven Kindersparplan für Deine Kleinsten organisieren kannst, erklären wir Dir hier.

Wie und wann starte ich einen Kindersparplan?

Am besten ist es, so früh wie möglich mit dem Sparen für die Kinder zu beginnen. Denn egal um welche Anlagestrategie es geht, der Zinseszins-Effekt greift stärker, je länger die Laufzeit ist. Aber auch wer noch nicht angefangen hat zu sparen: Besser spät als nie. Wir erklären, worauf Sie achten müssen und welche Anlagestrategien heute noch gewinnbringend sind.

Klassiker mit Vertrauensvorschuss: Sparbuch, Kinderschutzbrief und Ausbildungsversicherung

Etablierte Anlageformen sind heute kaum noch gewinnbringend. Sowohl Sparbuch, Kinderschutzbrief, als auch Bausparvertrag sind nur mit dem richtigen Zinsniveau rentabel. In Zeiten von Nullzinsen ist das aber leider nicht mehr effektiv. Das Geld auf dem Sparbuch wird ohne nennenswerte Zinsen über die Jahre durch die stetige Inflation leider weniger und verliert so an Kaufkraft.

Genauso unsinnig ist ein Kinderschutzbrief. Dieser kombiniert oft Unfallversicherung mit Ausbildungspolicen und Altersrente. Diese Vermischung ist nicht nur verwirrend, sondern bietet auch nicht genügend Schutz. Viel sinnvoller ist eine separate Versicherung gegen Berufsunfähigkeit oder den Todesfall. Damit ist das Kind viel besser geschützt, als durch eine Versicherung, die ein verstorbenes Elternteil im schlimmsten Fall gar nicht mehr bezahlen kann.

Ähnlich sieht es bei der Ausbildungsversicherung aus. Auch hier wird der Sparplan für die Ausbildung des Kindes mit einer Risikolebensversicherung verknüpft. Ein Pluspunkt ist, dass die Beiträge für die Versicherung vom Versicherungsunternehmen weitergezahlt werden, sollte das Elternteil versterben. Aber auch hier gilt: Sparen und Versichern lieber trennen. Das spart unnötige Kosten uns ist genauso sicher.

Wie steht es um das Tagesgeldkonto?

Für eine kurzfristige Geldanlage eignet sich ein Tagesgeldkonto gut. Die Zinsen sind in der Regel höher, als bei einem normalen Girokonto. Allerdings kann das Geldinstitut die Höhe des Zinssatzes jederzeit nach oben oder unten ändern. Für eine langfristige Geldanlage ist diese Form also nicht geeignet.

Zeitgemäßer Kindersparplan: Juniordepot, ETFs, Aktien und Co.

Was ist ein Juniordepot?

Ein Junior-Depot ist im Prinzip nichts anderes als ein Wertpapierdepot, nur dass das Konto auf den Namen des Kindes läuft. So können Steuerfreibeträge besser genutzt werden und es entfallen Kontoführungsgebühren. Über dieses Konto handelt man mit Wertpapieren. Die wichtigsten Wertpapier-Formen sind Fonds, Aktien und ETFs. Das Depot kann man bei Banken, Online-Brokern und anderen Finanzdienstleistern eröffnen. Die Gebühren und Konditionen können allerdings sehr unterschiedlich sein, also sollte man sich vorher gut informieren. Zusätzlich kann das Hin- und Herwechseln der Anlageklassen langfristig zu hohen Steuern und Gebühren führen. Man sollte daher immer genau über den aktuellen steuerlichen Stand informiert sein und sich regelmäßig weiterbilden.

Ist das Depot eröffnet, entscheidet man sich für verschiedene ETFs, Fonds oder andere Anlagemöglichkeiten.

Kindersparplan mit Fonds 

Fonds bündeln mehrere finanzielle Mittel in einem „Topf“ und werden meist von Fondsmanagern verwaltet. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten einen Fonds aufzubauen. Am weitesten verbreitet sind Aktienfonds, bei denen ausschließlich in Aktien investiert wird. Es gibt aber auch Mischformen, bei denen Aktien, Edelmetalle, Immobilien und andere Vermögenwerte zusammenkommen. Diese Fondsarten sind zum Beispiel Hedgefonds, Rohstofffonds oder Immobilienfonds.

Wie bei jeder anderen Geldanlage oder Kinder-Sparplan sollte auch bei den Fonds auf Diversifikation geachtet werden. Schneidet zum Beispiel eine Aktie mal nicht so gut ab, wird die schlechte Performance von den restlichen Investitionen abgefedert.

Kindersparplan mit Aktien

Man kann natürlich auch in einzelne Aktien investieren, die nicht in einem Fonds zusammengefasst sind. Allerdings ist das Risiko verhältnismäßig höher, als bei Fonds und ETFs. Wenn man dennoch in Einzelaktien investieren möchte, sollte man auch hier breit aufgestellt sein. Das heißt verschiedene Unternehmen und verschieden Wirtschaftszweige auswählen. Bei einem Fondssparplan oder ETFs zahlt man für gewöhnlich monatlich ein, was bei Einzelaktien nicht der Fall ist. Für diese Strategie braucht man also gute Disziplin und Durchhaltevermögen.

Kindersparplan mit ETFs (Exchange Traded Funds)

ETFs bilden Indizes nach, zum Beispiel den DAX oder den Dow Jones. Damit sind sie automatisch gestreut, da in den ganzen Markt und nicht in einzelne Unternehmen investiert wird. Trotzdem sollte man auch bei diesem Sparplan in mehrere ETFs invertiert sein. Risikoarme und gleichzeitig grün und nachhaltige ETFs sind zum Beispiel der Nordea Global Climate and Environment Fund (siehe im Chart unten)

oder der Ökovision World. 

Beim Kinder-Sparplan mit ETFs braucht man weniger Kenntnisse, als beim Investieren in einzelne Firmen. Man setzt quasi nur auf das Marktwachstum. Außerdem sind die laufenden Kosten viel geringer, als bei Investitionen in traditionellen Fonds.

Die Anlage in Wertpapiere bietet also mehr Rentabilität als ein Tagesgeldkonto oder ein Sparbuch. Die Beiträge werden üblicherweise monatlich eingezahlt und im besten Fall über mindestens 18 Jahre hinweg. Das Kind kann ab Erreichen der Volljährigkeit auf das Depot zugreifen. Danach haben die Eltern keinen Zugriff mehr auf das Depot, aber auch davor dürfen die Eltern das Geld nicht für eigene Zwecke verwenden. Es ist ja schließlich für die Zukunft des Sprösslings gedacht.

Das Geld gehört dem Kind

Bei Abschluss eines Kinder-Sparplan können die Eltern entscheiden, ob sie die Anlage auf ihren Namen oder den des Kindes anmelden. In der Regel ist es besser, den Namen des Kindes als Begünstigen anzugeben. Zum einen fallen für Kinder keine Kapitalertragssteuern an und zum anderen gehört somit das angesparte Geld auch wirklich dem Kind. Eltern können in Ausnahmefällen darauf zugreifen, aber im Regelfall sollte das Ersparte nicht angerührt werden, bis das Kind alt genug ist und Zugriff erhält.

Kindergelderhöhung 2021

Im kommenden Jahr erhöhen sich Kindergeld, Kinderzuschlag und Kinderfreibetrag. Zusätzlich bekamen Familien dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie 300 Euro zusätzlich pro Kind. Kindergeld wird in der Regel bis zum 25. Lebensjahr an die Eltern gezahlt. Der Betrag liegt bis 2021 bei 204 Euro für das erste Kind. Im kommenden Jahr erhöht sich der Betrag auf 219 Euro für die ersten beiden Kinder und auf 225 Euro für das dritte und 250 für das vierte Kind.

Der Kinderzuschlag unterstützt alle Eltern, deren Einkommen knapp oberhalb der Hartz-4-Grenze liegt zusätzlich zum Kindergeld. Die Höhe des Zuschlags erhöht sich 2021 von 185 Euro auf 205 Euro.

Ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag richtet sich nach der Höhe des Einkommens der Eltern. Der Kinderfreibetrag ist günstiger für Eltern, deren Einkommen in etwa ein zu versteuerndes Einkommen von 64.000 Euro haben, bei Alleinstehenden sind es etwa 34.000 Euro. Der Kinderfreibetrag erhöht sich von 7812 Euro auf 8388 Euro und lohnt sich vor allem für Besserverdienende, da er die Einkommenssteuer verringert.

Kindergeld-Rente

Eine weitere Möglichkeit einen Kindersparplan einzurichten ist die Kindergeld-Rente. Diese Form ist ein langfristig sinnvoller Weg, Geld für die Zukunft der eigenen Kinder zu sparen.

Der monatliche Kindergeldbeitrag von bald 219 Euro wird direkt vom Staat in einem Fonds- oder ETF- Sparplan angelegt. Der sollte drei bis vier gut gewählte Fonds oder ETFs enthalten. Die Beiträge werden mindestens bis zur Volljährigkeit und sogar bis Ende der Ausbildung vom Staat gezahlt.

Mit dieser Variante können bis zur Volljährigkeit (219 x 18 Jahre + 8% Zinsen) 102684 Euro zusammenkommen. Wenn das erwachsene Kind sich dann dazu entschließt, die monatlichen Raten weiterhin einzuzahlen, können so bis zum Rentenalter über 5 Millionen Euro erreicht werden. (siehe: www.zinsen-berechnen.de)

Die Anlagestrategie setzt natürlich voraus, dass die Eltern auf das Kindergeld im Alltag verzichten können. Findet sich aber ein Weg, das zu bewerkstelligen, kann ein Betrag erreicht werden, der wohl alle vorher vorgestellten Modelle übertrifft.

Aber auch ein Kinder-Sparplan, der sich nicht über den vollen Kindergeldsatz finanziert, erfüllt seinen Zweck und sorgt für die Zukunft Deiner Kinder vor.

Fazit

Die effektivste Art Geld anzulegen, sind erwiesenermaßen ETFs und Fonds. Und die am besten breit gestreut, um Risiken abzufedern, zum Beispiel den MSCI World oder den EuroStoxx 50.

Mit einer Rendite von 8 bis 9% und einer monatlichen Einzahlung von 100€, könnten so schon beim 18. Über 50.000€ zusammenkommen.

Eine Möglichkeit den monatlichen Beitrag automatisch zu sparen und anzulegen ist die Kindergeldrente. Der monatliche Kindergeldbeitrag vom Staat wird direkt in ausgewählte ETFs und Fonds eingezahlt.

Sollte sich das erwachsene Kind schließlich entscheiden, den monatlichen Beitrag bis zum Renteneintritt weiterzuzahlen, können bis dahin über 1,3 Millionen Euro
zusammengespart werden.

Wenn Du wissen willst, wie Du am besten für Deine Kinder vorsorgen kannst, welche Variante für dich steuerlich sinnvoll, preisgünstig, sowie transparent ist, dann kontaktiere uns gerne hier über unsere Webseite und wir beraten dich gerne zu dem perfekten Kinder-Sparplan für Deine Liebsten.

Weitere Quellen und Informationen zum Kindersparplan bei Deinem/r MyGreenFinance BeraterIn:

https://www.focus.de/familie/eltern/familienfinanzierung/taschengeld-verpflegung-klamotten-spielzeug-das-kostet-ein-kind-bis-zum-18-jahr-pro-monat_id_11222568.html

https://www.focus.de/finanzen/experten/so-funktioniert-die-kindergeld-rente-775-000-euro-fuer-die-altersvorsorge_id_7210867.html

>