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Berufsunfähigkeitsversicherung


Was passiert, wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann und berufsunfähig werde? Auf diese Frage sollte jeder und jede eine Antwort haben: eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Und je früher desto besser, denn desto günstiger werden die Beiträge und desto länger ist man geschützt.

Wann braucht man eine Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt?

Berufsunfähig ist man, wenn man seinen Beruf aufgrund eines Unfalls oder wegen einer dauerhaften Krankheit nicht mehr ausüben kann. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Der heutzutage häufigste Grund für eine Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen wie Burnout und Depressionen. Andere häufige körperliche Krankheiten, die zu Berufsunfähigkeit führen sind zum Beispiel starke Einschränkungen des Bewegungsapparates und Krebs. Unfälle als Ursache werden dagegen immer seltener. 

Je nach dem wie stark die Folgen von Krankheit oder Unfall sind, kann man entweder eine volle oder eine teilweise Berufsunfähigkeit erleiden. Die Berufsunfähigkeit bezieht sich immer auf den ausgeübten beziehungsweise gelernten Beruf. Im Gegensatz dazu gibt es noch die Erwerbsunfähigkeit. Das bedeutet, dass die betroffene Person auf unbestimmte Zeit nicht fähig ist, mehr als drei Stunden pro Tag einer Tätigkeit nachzugehen unabhängig vom Berufsfeld.

Wer entscheidet über eine Berufsunfähigkeit?

Laut Gesetz zahlt die Versicherung eine Berufsunfähigkeitsrente, wenn ein Arzt oder Gutachter eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent diagnostiziert. Diese 50 Prozent werden individuell ermittelt und hängen vorrangig mit der zuletzt ausgeübten Tätigkeit zusammen. Eine wichtige Orientierung ist die Anzahl der Arbeitsstunden, die man vor und nach dem Eintritt der Berufsunfähigkeit gearbeitet hat. Wenn von diesen nur noch zu maximal die Hälfte der Zeit geleistet werden können, zählt das als arbeitsunfähig. 

Aber natürlich spielt auch die Art und Dauer der Erkrankung eine wichtige Rolle und die verordnete Behandlung. Das diagnostiziert der behandelnde Arzt, aber über die tatsächliche Auszahlung einer Berufsunfähigkeitsrente entscheidet der Versicherer. 

Gibt es eine staatliche Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)?

Der Staat beziehungsweise die Krankenkasse zahlt zumindest ein Krankengeld im Falle eines längeren Arbeitsausfalls. Die Höhe dieses Krankengeldes entspricht höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens. Durch den Abzug der Sozialversicherung bleiben am Ende effektiv etwa 76 Prozent des Nettogehalts übrig. Allerdings ist die maximale Dauer der Zahlung auf etwa anderthalb Jahre beschränkt.

Nach dieser Zeit erhält man nur weiterhin Leistungen vom Staat, wenn eine Erwerbsunfähigkeit attestiert werden kann. Kann der Betroffene das nicht, kann aber auch nicht in dem zuvor ausgeübten Beruf arbeiten, muss er oder sie sich einen anderen Job suchen. 

Wie funktioniert eine private BU?

Eine private Versicherung gegen Berufsunfähigkeit funktioniert im Prinzip wie jede andere Versicherung. Die Versicherten zahlen einen monatlichen Beitrag und sind so für den Ernstfall abgesichert. Eine Berufsunfähigkeitsrente sollte etwa 70-80 Prozent des Nettogehalts abdecken.

Bei Vertragsabschluss wird über die Dauer und Höhe der Versicherung entschieden, ebenso über die Höhe und Art der monatlichen Zahlungen und die Höhe der Rente im Falle einer Berufsunfähigkeit. Diese Stellschrauben sind individuell je nach Alter bei Abschluss, Beruf und Risiko. Um eine solche BU-Versicherung abzuschließen, braucht man ein gesundheitliches Gutachten, das über das zu erwartende gesundheitliche Risiko Auskunft gibt. 

Zahlt die Versicherung bei Langzeitschäden durch eine Corona-Infektion oder Impfung?

In der Regel werden bei Vertragsabschluss alle Eventualitäten schriftlich festgehalten und somit alle Fälle bei denen eine Berufsunfähigkeitsrente fällig wird. So ist zum Beispiel oft eine Infektionsschutzklausel in einer BU enthalten. Das bedeutet, dass auch die Berufsunfähigkeit aufgrund einer Infektion abgesichert ist. Der genaue Wortlaut kann je nach Versicherer abweichen und sollte daher sehr gründlich geprüft werden.

Laut Definition ist der oder die Betroffene somit auch vor der Berufsunfähigkeit durch Folgeschäden nach einer Corona-Infektion geschützt. Doch wie ist es mit Schäden durch die Impfung?

Grundsätzliche Nebenwirkungen von Impfungen wie Fieber oder Kopfschmerzen werden natürlich nicht abgesichert. Bei Langzeitschäden und Beeinträchtigungen der betroffenen Person kann aber ein Versicherungsschutz fällig werden. Das muss allerdings in den Versicherungsbedingungen klar festgehalten werden.

Bei vielen Versicherer, die Berufsunfähigkeitsversicherungen sowie Unfallversicherungen anbieten, ist ein solcher Impfschutz schon enthalten. Dieser sichert dann gegen jede Art von Impfschaden ab, also auch gegen mögliche Folgen der Corona-Impfung. Wer jetzt erst eine Versicherung abschließen möchte, sollte also unbedingt auf den Impfschutz und die Konditionen achten.

Außerdem sollte man bei Vertragsabschluss stets korrekte Angaben machen und der Anzeigepflicht als Vertragsnehmer nachkommen. Sonst riskiert man im schlimmsten Fall eine Verweigerung der Berufsunfähigkeitsrente.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit Infektionsklausel

Welche Faktoren haben Einfluss auf die Höhe der monatlichen Beiträge?

Je nach Beruf berechnet sich der Versicherungsbeitrag. Anwälte, Ärzte und Berater gehören zum Beispiel zur Gruppe mit geringem Risiko. Altenpfleger, Künstler und Handwerker werden dagegen als risikoreichere Berufe eingestuft. 

Die Risikoeinstufung des Berufs ist aber nicht allein entscheidend. Der Gesundheitszustand des zu Versichernden zum Zeitpunkt des Eintritts hat großen Einfluss auf die Beitragshöhe. In jungen Jahren haben die meisten noch keine Vorerkrankungen oder Krankenhausaufenthalte hinter sich. 

Zudem zahlen junge Menschen über einen längeren Zeitraum ein, als ältere und können deshalb ihre monatlichen Beiträge in der Regel gering halten. Auch deshalb ist eine frühzeitige Entscheidung von Vorteil.

Gesundheitliche Faktoren sind zum Beispiel genetische Prädispositionen oder gefährliche Hobbys. Starkes Übergewicht oder psychische Erkrankungen können zu einem Risikozuschlag führen. Versicherungsunternehmen können individuell entscheiden, ob sie gegen gewisse Gesundheitsrisiken gar nicht versichern. Menschen mit Rückenbeschwerden werden beispielsweise häufig nicht gegen Wirbelsäulenerkrankungen abgesichert. Auch psychische Erkrankungen können als Ausschlusskriterien gelten.

Außerdem entscheidet natürlich die Höhe des derzeitigen Einkommens über die Höhe der monatlichen Beiträge, ebenso wie das Alter bis zu dem die Versicherung laufen soll. 

Was wenn ich noch gar keinen Beruf habe?

Bei Studierenden und Auszubildenden wird der angestrebte Beruf als Referenz genommen. Das muss schriftlich bei Vertragsabschluss festgehalten sein. Einige Versicherer haben keine festgelegte Regelung für Studierende und Auszubildende. In solchen Fällen kann eigenständig die angestrebte Berufswahl vermerkt werden, um im Ernstfall Streitigkeiten zu vermeiden.

Steht man schon im Berufsleben, wird für die Berufsunfähigkeitsversicherung der ausgeübte beziehungsweise gelernte Beruf als Berechnungsgrundlage genommen.

Welche Tarife gibt es?

Für Auszubildende und Studierende gibt es häufig Einsteiger- oder Startertarife. Der oder die Versicherte startet hier mit einem geringen Monatsbeitrag, der sich über die Jahre erhöht. Sobald es die finanziellen Mittel zulassen, ist es ratsam, in den Normaltarif zu wechseln. Andernfalls bleibt diese Beitragsdynamik über die gesamte Laufzeit erhalten. Der Wechsel zum Normaltarif kann ohne erneute Gesundheitsprüfung erfolgen. Das sollte man bei der Tarifwahl ist unbedingt beachten, um eine mögliche Erhöhung der Kosten zu vermeiden.

Leistungsdynamik & Gehaltserhöhung

Eine Rente mit Leistungsdynamik bedeutet, dass sich die Rente im Falle der Berufsunfähigkeit jedes Jahr erhöht. Das wirkt zum Beispiel der Inflation entgegen. Allerdings erhöhen sich die zu zahlenden Monatsbeiträge sehr stark. Das kann jede(r) individuell entscheiden und ist natürlich vom Berufsrisiko abhängig. Diese Leistungsdynamik muss allerdings bei Vertragsabschluss festgelegt werden. Nachträglich kann man das meist nicht mehr anpassen.

Die monatliche Rente kann auch pauschal erhöht werden. Das ist zum Beispiel ratsam bei einem besser bezahlten Job oder einer Gehaltserhöhung. Diese Anpassung erfolgt in vielen Fällen ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Ein Beispiel

Beispielhafte Beiträge für eine 19-jährige Studentin, die sich für eine Rente von 1000€ monatlich absichert liegen im besten Fall bei etwa 29 Euro monatlich im ersten Jahr und 42 Euro im 5. Jahr. Bei einem Wechsel zum Normaltarif belaufen sich die Beiträge bis zum Ende der Versicherungslaufzeit (65 J.) auf etwa 106 Euro im Monat. Damit ist die Studentin für einen verhältnismäßig geringen Betrag ihr komplettes Arbeitsleben geschützt vor dem finanziellen Ruin durch Berufsunfähigkeit.

Wenn Du wissen willst, welche Berufsunfähigkeitsversicherung am besten zu Dir passt oder wie Deine Chancen für einen günstigen Tarif stehen, kontaktiere uns gerne hier über mygreenfinance.de.

Erhöhung der Krankenkassenbeiträge

Die Die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge hat begonnen. Der Zusatzbeitragssatz zur gesetzlichen Krankenkasse erhöht sich 2021 bundesweit für alle Versicherten. Welche Kosten das verursacht und warum die Beiträge überhaupt steigen, erklären wir hier.


Welche Aufgabe hat eine Krankenkasse überhaupt?

Die Hauptaufgabe der Krankenkassen, ist die Gesundheit ihrer Mitglieder zu erhalten oder wiederherzustellen. Außerdem gehören zu den Zielen gesundheitliche Aufklärung und der Weg zu einer gesunden Lebensführung. 

Die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland wurde 1883 von Otto von Bismarck eingeführt. Deutschland ist damit das erste Land mit einer nationalen Sozialversicherung, die sich über die Jahre zu einem umfänglichen sozialen Absicherungssystem entwickelte. Heute sind etwa 88 Prozent der Bevölkerung in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. 

Seit 2009 besteht in Deutschland eine Versicherungspflicht für alle Bürger. Bis dahin gab es einzelne Berufsgruppen, die sich auch gegen eine Krankenversicherung entscheiden konnten. 

Wer kann sich gesetzlich versichern?

Arbeitnehmer, deren Bruttojahreseinkommen (Jahresarbeitsentgelt; JAEG) unter der Grenze von 64.350 Euro liegt, sind automatisch bei der gesetzlichen Krankenkasse versichert. Das nennt sich „pflichtversichert“. Liegt das Einkommen über dieser Grenze, haben Arbeitnehmer die Wahl zwischen einer privaten oder gesetzlichen Krankenkasse. Für Selbstständige gilt das Gleiche unabhängig vom JAEG. Jene Versicherungsnehmer sind dann „freiwillig“ versichert. Dieses Wort bedeutet allerdings nur, dass man die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung hat.

Denn egal ob privat oder gesetzlich, eine Krankenversicherung ist Pflicht. Zusätzlich können Mitglieder einer gesetzlichen Krankenversicherung Kinder oder Ehepartner ohne eigenes Einkommen beitragsfrei mitversichern. Kinder sind in der Regel bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres bei einem Elternteil mitversichert. Auch Arbeitssuchende und Hartz4- Empfänger sind in der Krankenkasse pflichtversichert.

Welche Leistungen bietet die gesetzliche Krankenkasse?

In der gesetzlichen Krankenversicherung sind die Leistungen für alle Mitglieder ähnlich. Jede Krankenkasse kann ihr Angebot minimal anpassen, dahinter steht aber im Wesentlichen der gleiche Leistungskatalog.

Die Leistungen unterliegen einem Wirtschaftlichkeitsgebot. Das bedeutet, sie müssen zweckmäßig sein und dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Das wäre in Schulnoten übersetzt nicht viel besser als eine 4, also ausreichend. Die Leistungen dienen der Vorbeugung, Behandlung und Vermeidung von Krankheiten. Allerdings kann der Gesetzgeber den Umfang der Leistungen jederzeit anpassen und auch streichen. Es gibt keine Garantie für die Versicherten.

Anders ist das bei der privaten Versicherung. Dort werden bei Vertragsabschluss individuelle Leistungen festgelegt. Diese Leistungen, ebenso wie das zu erwartende Krankheits-Risiko der versicherten Person, entscheiden dann über die Höhe der Beiträge. Leistungen, die einmal zugesichert wurden und die in dem Beitrag enthalten sind, können nicht nachträglich gestrichen werden (Leistungsgarantie). Außerdem haben die Versicherten das Recht auf eine Leistungsübersicht. Die können gesetzlich Versicherte nicht einsehen.

Woraus setzen sich die Beiträge zusammen? 

Der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 14,6 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Für freiwillig Versicherte sind es 14 Prozent. Dazu kommt seit 2015 der Zusatzbeitrag. Dessen Höhe kann jede Krankenkasse individuell festlegen. Die Hälfte des Beitragssatzes ebenso wie des Zusatzbeitrags zahlt seit 2019 der Arbeitgeber. Zuvor mussten die Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag in voller Höhe selbst zahlen.

Was ist der Zusatzbeitrag?

Der Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung wurde 2015 eingeführt und soll den Krankenkassen helfen, finanzielle Engpässe auszugleichen und den Wettbewerb zwischen den Kassen fördern. Anders als bei dem normalen Beitragssatz, gibt es für den Zusatzbeitrag keine Obergrenze. Je höher das Einkommen, desto höher der Zusatzbeitrag. 

Beitragsentwicklung der gesetzlichen Krankenkassen

In den vergangenen 30 Jahren sind die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung kontinuierlich angestiegen. Hauptsächlich ist die Erhöhung auf den medizinischen und technischen Fortschritt zurückzuführen. Außerdem wirkt eine regelmäßige Erhöhung als Inflationsausgleich. Im Gegensatz dazu haben sich die Leistungen über die Jahre allerdings nicht erhöht. Im Gegenteil, es entfallen viele Leistungen sogar, wie zum Beispiel finanzielle Zuschüsse zu Sehhilfen (Kontaktlinsen etc. sind auch inbegriffen) oder Vorsorgeuntersuchungen.

Warum erhöht sich der Zusatzbeitrag?

Im kommenden Jahr erhöhen sich die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung. Das hat das Bundesgesundheitsministerium festgelegt, da eine Finanzierungslücke von 16 Milliarden Euro bei den Gesetzlichen Krankenversicherungen zu erwarten ist.

Das liegt zum großen Teil an den Zusatzausgaben durch die Corona - Pandemie. Die unerwartete Finanzierung der Corona-Tests ist unter anderem ein großer Kostenträger. Zudem konnten viele Behandlungen aufgrund der Pandemie vergangenen Jahres nicht durchgeführt werden. Diese werden nun in dieses Jahr verschoben und die zusätzlichen Kosten führen dann zusätzlich zu der Beitragserhöhung.

Diese Finanzierungslücke wird zu 5 Milliarden Euro aus Bundesmitteln und zu 8 Milliarden Euro aus Rücklagen der Krankenkassen ausgeglichen. Die restlichen 3 Milliarden Euro werden über eine Erhöhung der Zusatzbeiträge finanziert. Der Zusatzbeitrag erhöht sich somit in 2021 durchschnittlich um 0,2 Prozent auf 1,3 Prozent. Darauf einigten sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Finanzminister Olaf Scholz in einem Konzeptpapier. Durch diese Aufteilung sollen die Sozialbeiträge unter der Grenze von 40 Prozent gehalten werden.

Wer zahlt den Zusatzbeitrag?

Alles Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen müssen zusätzlich zu dem allgemeinen Beitragssatz auch den Zusatzbeitrag zahlen. Ausgenommen sind Empfänger von Arbeitslosengeld I und II und Empfänger von Sozialhilfe oder Grundsicherung. Außerdem sind Menschen mit Behinderung von der Zahlung befreit sowie Versicherte, die Mutterschafts- oder Elterngeld beziehen.

Welche Krankenkassen erhöhen die Beiträge?

Viele Krankenkassen erhöhen 2021 ihre Zusatzbeiträge. Je nach Bundesland kann das unterschiedlich hoch ausfallen. In Berlin erhöht die AOK-Nordost und die Barmer ihren Zusatzbeitrag auf 1,5 Prozent von zuvor 0,6 beziehungsweise 0,4 Prozent. Damit liegen die Beiträge inklusive Zusatzbeitrag bei jeweils 16,10 Prozent. Krankenkassen, die ihre Beiträge 2021 nicht erhöhen sind zum Beispiel die Heimat Krankenkasse (HKK) und die BKK firmus. Letztere behält den Satz von 0,44 Prozent bei und liegt so insgesamt bei 15,04 Prozent.

Wenn Du wissen willst, wie hoch der Zusatzbeitrag bei deiner Krankenkasse ansteigt, kannst Du hier nachschauen:

https://www.krankenkasseninfo.de/krankenkassen/zusatzbeitrag/?m=e&q=zusatzbeitrag%20krankenkasse&p=&p=&d=c&gclid=CjwKCAiA57D_BRAZEiwAZcfCxdD9W5XUlg3TIuAXUg01_FCxp1Pe0hgW98um5T4H--2zvQMP5VPucRoChdIQAvD_BwE

Erhöhen sich die Beiträge für private Krankenkassen auch?

Auch bei der privaten Krankenversicherung ist eine Erhöhung der Beiträge möglich. Allerdings dürfen die Beiträge per Gesetz erst angehoben werden, wenn festgelegte Schwellenwerte überschritten werden. Das hat zur Folge, dass Beitragserhöhungen seltener anfallen, aber dann erheblich höher sind. 

Wie kündige ich meine Krankenkasse?

Normalerweise muss eine Kündigung der Krankenversicherung eine Frist von zwei Monaten zum Ende des übernächsten Monats erfolgen. Allerdings gelten bei Beitragserhöhungen spezielle Regelungen. Alle Mitglieder, deren GKV den Zusatzbeitrag erhöht, haben ein Sonderkündigungsrecht. Die Kündigung muss bis spätestens Ende des Monats eingereicht werden, für den erstmalig der erhöhte Beitrag fällig wird. Informiert die Krankenkasse ihre Mitglieder zu spät oder gar nicht über eine Erhöhung, verlängern sich die Fristen entsprechend. 

Ist ein Wechsel sinnvoll?

Es ist immer ratsam, einen Überblick über die monatlichen Kosten zu haben und diese regelmäßig zu überprüfen. Das kann unnötige Zusatzkosten verhindern. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Deine Krankenversicherung richtig für Dich ist oder eine andere besser zu Dir und Deinen Finanzen passt, kontaktiere uns gerne auf mygreenfinance.de.

Der untenstehenden Grafik kann man entnehmen, dass sich die Beiträge über die letzten Jahre stetig erhöht haben. Grund dafür ist zum einen der technische und medizinische Fortschritt und zum anderen der Inflationsausgleich. Im Kontrast dazu haben sich die Leistungen nicht erhöht. Im Gegenteil, es wurden viele Leistungen gekürzt oder ganz gestrichen, wie zum Beispiel finanzielle Zuschüsse zur Brille oder Vorsorgeuntersuchungen.

Der Zusatzbeitrag, der sich nun erhöht, wurde erst 2015 eingeführt und von jeder Krankenkasse individuell festgelegt. Es lohnt sich also über einen Wechsel nachzudenken. Bis zum 31.01.2021 greift ein Sonderkündigungsrecht für alle Versicherten, bei denen sich die Beiträge erhöhen. Ein Vergleich der verschiedenen gesetzlichen Krankenversicherungen ist sinnvoll und kann unnötig hohe Beiträge verhindern.

Wenn Du Deine Krankenversicherung kostenlos prüfen lassen möchtest, dann melde Dich bei uns über MyGreenFinance.de oder Deine/n Botschafter/in. 

Kindersparplan

Der Führerschein zum 18. oder eine Auslandsreise nach dem Abitur oder im Studium. Eltern wünschen sich für ihre Kinder ein sorgenfreies Leben, finanzielle Freiheit und die Erfüllung großer Träume. Wie Du einen effektiven Kindersparplan für Deine Kleinsten organisieren kannst, erklären wir Dir hier.

Wie und wann starte ich einen Kindersparplan?

Am besten ist es, so früh wie möglich mit dem Sparen für die Kinder zu beginnen. Denn egal um welche Anlagestrategie es geht, der Zinseszins-Effekt greift stärker, je länger die Laufzeit ist. Aber auch wer noch nicht angefangen hat zu sparen: Besser spät als nie. Wir erklären, worauf Sie achten müssen und welche Anlagestrategien heute noch gewinnbringend sind.

Klassiker mit Vertrauensvorschuss: Sparbuch, Kinderschutzbrief und Ausbildungsversicherung

Etablierte Anlageformen sind heute kaum noch gewinnbringend. Sowohl Sparbuch, Kinderschutzbrief, als auch Bausparvertrag sind nur mit dem richtigen Zinsniveau rentabel. In Zeiten von Nullzinsen ist das aber leider nicht mehr effektiv. Das Geld auf dem Sparbuch wird ohne nennenswerte Zinsen über die Jahre durch die stetige Inflation leider weniger und verliert so an Kaufkraft.

Genauso unsinnig ist ein Kinderschutzbrief. Dieser kombiniert oft Unfallversicherung mit Ausbildungspolicen und Altersrente. Diese Vermischung ist nicht nur verwirrend, sondern bietet auch nicht genügend Schutz. Viel sinnvoller ist eine separate Versicherung gegen Berufsunfähigkeit oder den Todesfall. Damit ist das Kind viel besser geschützt, als durch eine Versicherung, die ein verstorbenes Elternteil im schlimmsten Fall gar nicht mehr bezahlen kann.

Ähnlich sieht es bei der Ausbildungsversicherung aus. Auch hier wird der Sparplan für die Ausbildung des Kindes mit einer Risikolebensversicherung verknüpft. Ein Pluspunkt ist, dass die Beiträge für die Versicherung vom Versicherungsunternehmen weitergezahlt werden, sollte das Elternteil versterben. Aber auch hier gilt: Sparen und Versichern lieber trennen. Das spart unnötige Kosten uns ist genauso sicher.

Wie steht es um das Tagesgeldkonto?

Für eine kurzfristige Geldanlage eignet sich ein Tagesgeldkonto gut. Die Zinsen sind in der Regel höher, als bei einem normalen Girokonto. Allerdings kann das Geldinstitut die Höhe des Zinssatzes jederzeit nach oben oder unten ändern. Für eine langfristige Geldanlage ist diese Form also nicht geeignet.

Zeitgemäßer Kindersparplan: Juniordepot, ETFs, Aktien und Co.

Was ist ein Juniordepot?

Ein Junior-Depot ist im Prinzip nichts anderes als ein Wertpapierdepot, nur dass das Konto auf den Namen des Kindes läuft. So können Steuerfreibeträge besser genutzt werden und es entfallen Kontoführungsgebühren. Über dieses Konto handelt man mit Wertpapieren. Die wichtigsten Wertpapier-Formen sind Fonds, Aktien und ETFs. Das Depot kann man bei Banken, Online-Brokern und anderen Finanzdienstleistern eröffnen. Die Gebühren und Konditionen können allerdings sehr unterschiedlich sein, also sollte man sich vorher gut informieren. Zusätzlich kann das Hin- und Herwechseln der Anlageklassen langfristig zu hohen Steuern und Gebühren führen. Man sollte daher immer genau über den aktuellen steuerlichen Stand informiert sein und sich regelmäßig weiterbilden.

Ist das Depot eröffnet, entscheidet man sich für verschiedene ETFs, Fonds oder andere Anlagemöglichkeiten.

Kindersparplan mit Fonds 

Fonds bündeln mehrere finanzielle Mittel in einem „Topf“ und werden meist von Fondsmanagern verwaltet. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten einen Fonds aufzubauen. Am weitesten verbreitet sind Aktienfonds, bei denen ausschließlich in Aktien investiert wird. Es gibt aber auch Mischformen, bei denen Aktien, Edelmetalle, Immobilien und andere Vermögenwerte zusammenkommen. Diese Fondsarten sind zum Beispiel Hedgefonds, Rohstofffonds oder Immobilienfonds.

Wie bei jeder anderen Geldanlage oder Kinder-Sparplan sollte auch bei den Fonds auf Diversifikation geachtet werden. Schneidet zum Beispiel eine Aktie mal nicht so gut ab, wird die schlechte Performance von den restlichen Investitionen abgefedert.

Kindersparplan mit Aktien

Man kann natürlich auch in einzelne Aktien investieren, die nicht in einem Fonds zusammengefasst sind. Allerdings ist das Risiko verhältnismäßig höher, als bei Fonds und ETFs. Wenn man dennoch in Einzelaktien investieren möchte, sollte man auch hier breit aufgestellt sein. Das heißt verschiedene Unternehmen und verschieden Wirtschaftszweige auswählen. Bei einem Fondssparplan oder ETFs zahlt man für gewöhnlich monatlich ein, was bei Einzelaktien nicht der Fall ist. Für diese Strategie braucht man also gute Disziplin und Durchhaltevermögen.

Kindersparplan mit ETFs (Exchange Traded Funds)

ETFs bilden Indizes nach, zum Beispiel den DAX oder den Dow Jones. Damit sind sie automatisch gestreut, da in den ganzen Markt und nicht in einzelne Unternehmen investiert wird. Trotzdem sollte man auch bei diesem Sparplan in mehrere ETFs invertiert sein. Risikoarme und gleichzeitig grün und nachhaltige ETFs sind zum Beispiel der Nordea Global Climate and Environment Fund (siehe im Chart unten)

oder der Ökovision World. 

Beim Kinder-Sparplan mit ETFs braucht man weniger Kenntnisse, als beim Investieren in einzelne Firmen. Man setzt quasi nur auf das Marktwachstum. Außerdem sind die laufenden Kosten viel geringer, als bei Investitionen in traditionellen Fonds.

Die Anlage in Wertpapiere bietet also mehr Rentabilität als ein Tagesgeldkonto oder ein Sparbuch. Die Beiträge werden üblicherweise monatlich eingezahlt und im besten Fall über mindestens 18 Jahre hinweg. Das Kind kann ab Erreichen der Volljährigkeit auf das Depot zugreifen. Danach haben die Eltern keinen Zugriff mehr auf das Depot, aber auch davor dürfen die Eltern das Geld nicht für eigene Zwecke verwenden. Es ist ja schließlich für die Zukunft des Sprösslings gedacht.

Das Geld gehört dem Kind

Bei Abschluss eines Kinder-Sparplan können die Eltern entscheiden, ob sie die Anlage auf ihren Namen oder den des Kindes anmelden. In der Regel ist es besser, den Namen des Kindes als Begünstigen anzugeben. Zum einen fallen für Kinder keine Kapitalertragssteuern an und zum anderen gehört somit das angesparte Geld auch wirklich dem Kind. Eltern können in Ausnahmefällen darauf zugreifen, aber im Regelfall sollte das Ersparte nicht angerührt werden, bis das Kind alt genug ist und Zugriff erhält.

Kindergelderhöhung 2021

Im kommenden Jahr erhöhen sich Kindergeld, Kinderzuschlag und Kinderfreibetrag. Zusätzlich bekamen Familien dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie 300 Euro zusätzlich pro Kind. Kindergeld wird in der Regel bis zum 25. Lebensjahr an die Eltern gezahlt. Der Betrag liegt bis 2021 bei 204 Euro für das erste Kind. Im kommenden Jahr erhöht sich der Betrag auf 219 Euro für die ersten beiden Kinder und auf 225 Euro für das dritte und 250 für das vierte Kind.

Der Kinderzuschlag unterstützt alle Eltern, deren Einkommen knapp oberhalb der Hartz-4-Grenze liegt zusätzlich zum Kindergeld. Die Höhe des Zuschlags erhöht sich 2021 von 185 Euro auf 205 Euro.

Ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag richtet sich nach der Höhe des Einkommens der Eltern. Der Kinderfreibetrag ist günstiger für Eltern, deren Einkommen in etwa ein zu versteuerndes Einkommen von 64.000 Euro haben, bei Alleinstehenden sind es etwa 34.000 Euro. Der Kinderfreibetrag erhöht sich von 7812 Euro auf 8388 Euro und lohnt sich vor allem für Besserverdienende, da er die Einkommenssteuer verringert.

Kindergeld-Rente

Eine weitere Möglichkeit einen Kindersparplan einzurichten ist die Kindergeld-Rente. Diese Form ist ein langfristig sinnvoller Weg, Geld für die Zukunft der eigenen Kinder zu sparen.

Der monatliche Kindergeldbeitrag von bald 219 Euro wird direkt vom Staat in einem Fonds- oder ETF- Sparplan angelegt. Der sollte drei bis vier gut gewählte Fonds oder ETFs enthalten. Die Beiträge werden mindestens bis zur Volljährigkeit und sogar bis Ende der Ausbildung vom Staat gezahlt.

Mit dieser Variante können bis zur Volljährigkeit (219 x 18 Jahre + 8% Zinsen) 102684 Euro zusammenkommen. Wenn das erwachsene Kind sich dann dazu entschließt, die monatlichen Raten weiterhin einzuzahlen, können so bis zum Rentenalter über 5 Millionen Euro erreicht werden. (siehe: www.zinsen-berechnen.de)

Die Anlagestrategie setzt natürlich voraus, dass die Eltern auf das Kindergeld im Alltag verzichten können. Findet sich aber ein Weg, das zu bewerkstelligen, kann ein Betrag erreicht werden, der wohl alle vorher vorgestellten Modelle übertrifft.

Aber auch ein Kinder-Sparplan, der sich nicht über den vollen Kindergeldsatz finanziert, erfüllt seinen Zweck und sorgt für die Zukunft Deiner Kinder vor.

Fazit

Die effektivste Art Geld anzulegen, sind erwiesenermaßen ETFs und Fonds. Und die am besten breit gestreut, um Risiken abzufedern, zum Beispiel den MSCI World oder den EuroStoxx 50.

Mit einer Rendite von 8 bis 9% und einer monatlichen Einzahlung von 100€, könnten so schon beim 18. Über 50.000€ zusammenkommen.

Eine Möglichkeit den monatlichen Beitrag automatisch zu sparen und anzulegen ist die Kindergeldrente. Der monatliche Kindergeldbeitrag vom Staat wird direkt in ausgewählte ETFs und Fonds eingezahlt.

Sollte sich das erwachsene Kind schließlich entscheiden, den monatlichen Beitrag bis zum Renteneintritt weiterzuzahlen, können bis dahin über 1,3 Millionen Euro
zusammengespart werden.

Wenn Du wissen willst, wie Du am besten für Deine Kinder vorsorgen kannst, welche Variante für dich steuerlich sinnvoll, preisgünstig, sowie transparent ist, dann kontaktiere uns gerne hier über unsere Webseite und wir beraten dich gerne zu dem perfekten Kinder-Sparplan für Deine Liebsten.

Weitere Quellen und Informationen zum Kindersparplan bei Deinem/r MyGreenFinance BeraterIn:

https://www.focus.de/familie/eltern/familienfinanzierung/taschengeld-verpflegung-klamotten-spielzeug-das-kostet-ein-kind-bis-zum-18-jahr-pro-monat_id_11222568.html

https://www.focus.de/finanzen/experten/so-funktioniert-die-kindergeld-rente-775-000-euro-fuer-die-altersvorsorge_id_7210867.html

Abschaffung Solidaritätsbeitrag

2021 wird für 90 Prozent aller Deutschen der Soli-Beitrag wegfallen. Das hat das Bundesfinanzministerium zusammen mit Finanzminister Olaf Scholz 2019 entschieden. Die Abschaffung des Solidaritätsbeitrags wird seit der Einführung 1991 kontrovers diskutiert. Drei Jahrzehnte später erfüllt sich diese Forderung nun für viele.

Was ist eigentlich der Solidaritätsbeitrag?

Der Solidaritätszuschlag ist eine Ergänzungsabgabe, die als Steuer zur Einkommen- und Körperschaftsteuer erhoben wird. Er wurde Mitte 1991 eingeführt und sollte Kosten decken, die Deutschland im Zusammenhang mit dem zweiten Golfkrieg hatte. Außerdem sollte der Zuschlag Länder in Mittel-, Süd- und Osteuropa unterstützen.

Die Zahlungen wurden auf ein Jahr befristet und endeten so Mitte 1992. In den folgenden zwei Jahren wurde kein Soli erhoben. 1995 wurde er schließlich wieder eingeführt und betrug bis 1997 7,5 Prozent. Der Soli finanzierte die Kosten der Deutschen Einheit und Erblastschulden. 1998 senkte sich der Satz dann auf 5,5 Prozent und hat sich seitdem nich geändert. Der ursprünglich auf ein Jahr festgelegte Soli entwickelte sich schließlich zu einer Dauerabgabe und besteht nun seit drei Jahrzehnten.

Diskussionen über Verfassungsmäßigkeit

Der Solidaritätsbeitrag wird seit seiner Einführung verfassungsrechtlich diskutiert. Der Bund für Steuerzahler hat bereits 2006 das Bundesverfassungsgericht angerufen. Daraufhin hat das Bundesfinanzministerium für Finanzen die Landesfinanzbehörden angewiesen, bis zur Entscheidung den Soli nur noch vorläufig vorzunehmen. 2008 wurde die Vorläufigkeit wieder aufgehoben, nachdem der Antrag abgelehnt wurde.

Auch das niedersächsische Finanzgericht hält den Soli seit 2007 für verfassungswidrig und fordert die Abschaffung des Solidaritätsbeitrags. Die Klage wurde jedoch 2010 abgelehnt. 2013 hat das Finanzgericht die Klage erneut zur Prüfung vorgelegt und seit 2014 läuft das Verfahren.

Warum wird der Solidaritätsbeitrag nun abgeschafft?

Das Bundesfinanzministerium unter Olaf Scholz (SPD) hat Ende 2019 die weitgehende Abschaffung des Solidaritätsbeitrags beschlossen. Die Freigrenze wird stark angehoben und entlastet somit 90 Prozent der Steuerzahler.

Anlass für die Abschaffung ist neben der jahrelangen Diskussion das Auslaufen des Solidarpakts Ende 2019. Dieser unterstützte die neuen Bundesländer. Laut Scholz sind die Kosten der Wiedervereinigung nun in weiten Teilen gedeckt, was Anlass für die Abschaffung des Soli ist. Die Teilabschaffung begründet er damit, dass die verbliebenen Kosten für die Ostländer „von denen geschultert werden, die mehr haben als andere“.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hält die Teilabschaffung für unfair und fordert ebenfalls eine Entlastung der oberen 10 Prozent.

Ein Gutachten des Bundesrechnungshofes spricht sich aus verfassungsrechtlichen Gründen für eine vollständige Abschaffung bis spätestens Ende des Finanzplanungszeitraums 2023 aus.

Wer Profitiert von der Abschaffung des Solidaritätsbeitrag?

Hauptsächlich profitieren Klein- und Mittelverdiener, deren Einkommen unter der neuen Freigrenze von etwa 62.000 EUR im Jahr liegt. Bei Zusammenveranlagung verdoppeln sich die Beträge entsprechend.

Die Grenze der zu zahlende Lohn- und Einkommenssteuer liegt bis Ende 2020 bei 972 EUR für die Einzelveranlagung und bei 1.944 EUR für die Zusammenveranlagung. Grundsätzlich beträgt der Solidaritätszuschlag 5,5 Prozent der jeweiligen Einkommensteuer. Kinderfreibeträge und Kindergeld werden beim zu versteuernden Einkommen berücksichtigt.

Die Freigrenze wird 2021 auf 16.127 Euro für die Einzelveranlagung angehoben. Für Verheiratete verdoppeln sich die Beträge entsprechend. Außerdem schließt sich an die neue Grenze eine Milderungszone an, die verhindert, dass sofort der volle Soli-Betrag erhoben wird. Zu der Milderungszone gehören Singles mit einem Jahresbruttoeinkommen von knapp 110.000 EUR und Familien mit Alleinverdiener und zwei Kindern, die bis zu 221.000 EUR Einkommen haben. Wer über der Grenze liegt, muss den vollen Zuschlag zahlen.

Die Grenzen stellen nur einen Richtwert dar, weil steuerliche Abzüge sehr unterschiedlich ausfallen können. Wer es genau wissen möchte, kann das mit dem Soli-Rechner herausfinden, der am Ende dieser Seite steht.

Neben Privatpersonen profitieren auch etwa 88 Prozent der Gewerbetreibenden Soli-Zahler von der Abschaffung, zum Beispiel selbstständige Handwerker. Vorausgesetzt sie erzielen ausschließlich Gewerbeeinkünfte und ihre Gewinne liegen unterhalb der Freigrenze.

Quelle: https://de.statista.com/infografik/19041/steuerentlastung-durch-wegfall-des-solidaritaetszuschlags/

Zwei Beispiele: Ein verheiratetes Paar mit zwei Kindern und zwei Einkommen (Jahresbrutto: 66.000 Euro und 54.800 Euro) spart ab 2021 durch den kompletten Wegfall des Soli fast 1.000 Euro im Jahr. Für einen Single ohne Kinder mit einem Bruttolohn von 31.200 Euro im Jahr beträgt die Ersparnis gut 200 Euro jährlich. (Quelle: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/solidaritaetszuschlag-1662388)

Mit dem Soli-Rechner kann man ganz einfach vergleichen, wie viel unterm Strich nächstes Jahr übrigbleibt: https://www.smart-rechner.de/soli/rechner.php

Wer profitiert nicht?

Unternehmer und gut verdienende Facharbeiter, deren Einkommen die Grenze von knapp 97.000 EUR überschreitet, müssen den vollen Solidaritätsbeitrag zahlen. Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft Mario Ohoven will sogar verfassungsrechtlich dagegen vorgehen. In seinen Augen verstößt die Teilabschaffung gegen die Verfassung. Der Soli sei für Besserverdiener eine Strafsteuer. Sein Verband hat bereits eine Verfassungsbeschwerde erarbeitet. Der Bund der Steuerzahler unterstützt ebenfalls eine Klage vor dem Finanzgericht Nürnberg.

Der Steuersatz der Körperschaftssteuer für Kapitalerträge bleibt unverändert, sodass Kapitalanleger und Kapitalgesellschaften nicht von dem neuen Gesetz profitieren.

Die Bemessung des Solidaritätsbeitrags regelt das Solidaritätszuschlaggesetz. Der Soli ist eine direkte Steuer und steht dem Bund zu. Sie ist nicht zweckgebunden und kann für alle anfallenden Ausgaben genutzt werden.

Durch die Abschaffung des Solidaritätsbeitrags entfallen für das Jahr 2021 etwa 10 Milliarden Euro, also ungefähr die Hälfte des aktuellen jährlichen Aufkommens von knapp 19 Milliarden Euro.

Die Ersparnis des Solidaritätsbeitrags sinnvoll nutzen

Eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge hat ergeben, dass mehr als dir Hälfte der Deutschen den gesparten Soli-Beitrag sparen möchten, anstatt ihn auszugeben. Vor allem junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren wollen die Abschaffung des Solidaritätsbeitrags nutzen und mit dem Sparen anfangen. Andere, die schon einen Sparvertrag haben, möchten diesen aufstocken. Mit zunehmendem Alter nimmt die Absicht ab, den gesparten Soli anzulegen.

Eine durchschnittlichen Ersparnis von 20 bis 25 Euro im Monat macht sich im Portemonnaie der meisten wahrscheinlich kaum bemerkbar. In einer guten Anlagestrategie kann er allerdings viel bewirken.

Es gibt viele Möglichkeiten, den Solidaritätsbeitrag anzulegen. Wer schnell hohe Gewinne erzielen möchte, kann in kurz- und mittelfristige Finanzprodukte investieren. Dafür sollte man sich allerdings mit den Marktentwicklungen beschäftigen und sich dem Risiko bewusst sein.

Der sicherste Weg für einen langfristigen Vermögensaufbau, ist die Anlage in gut gestreute ETFs und Fonds. Die breite Streuung fängt Risiken ab, verringert aber auch die Marge der Gewinne. Durch den Zinseszins-Effekt von 8 % kann jedoch aus einer monatlichen Einzahlung von 25 EUR über eine Laufzeit von 30 Jahren eine Summe von ca. 35500 angespart werden. Bei einer Einzahlung von insgesamt 9000€. (25€ x 12 x 30 Jahre)

Außerdem eigenen sich für einen langfristigen Vermögensaufbau Immobilien und feste Werte. Wohnraum wird immer teuerer, also auch die Immobilienwerte. Wer also das Kapital für eine Immobilie hat, sollte das als Anlagestrategie in Betracht ziehen. Neben der Wertsteigerung kommt noch der Fakt hinzu, dass Immobilien Sachanlagen sind und nicht “nur” auf dem Papier existieren.

Wenn Du wissen willst, wie Du deine Ersparnis oder Entlastung sinnvoll anlegen kannst, kontaktiere uns per Mail oder über unsere Webseite. 

Solidaritätszuschlag 2021

Kein Solidaritätszuschlag Bis 62.127€ (single)
Kein Solidaritätszuschlag Bis 124.254€ (verheiratet)

SOIZ zwischen 0€ 1734€ (single) / 3484€ (verheiratet)

Solidaritätszuschlag von 62.127€ bis 96.822 €
Solidaritätszuschlag von 124.254€ bis 193.644€

SOIZ von 5,5% der Einkommenssteuer

Solidaritätszuschlag ab 96.822 €
Solidaritätszuschlag ab 193.644€

Nachhaltig investieren

Nachhaltig investieren ist ein Thema, mit dem die wenigsten etwas anfangen können. Das hat eine Studie des deutschen Institutes für Altersvorsorge (DIA) ergeben. Nur jeder siebte kann den Begriff wirklich erklären.

Umwelt und Nachhaltigkeit kann jeder miteinander verbinden. Soziales und Unternehmensführung gehören aber genauso zur Nachhaltigkeit. Diese drei Aspekte sollten bei der Altersvorsorge eine selbstverständliche Rolle spielen. Ebenso bei Investitionen und Geldanlagen.

Wie wird Nachhaltigkeit zu einer Selbstverständlichkeit bei Investitionen? Vermittler und Versicherungsunternehmen müssen die Thematik mehr in den Fokus ihrer Arbeit stellen. Um das umzusetzen, sind EU-Standards notwendig, mit denen man Nachhaltigkeit messen kann. Das können Siegel oder Ratings sein, die Fonds und Unternehmen bewerten.

Die Bereitschaft nachhaltig anzulegen ist vor allem bei der jüngeren Generation da. Durch eben genannte Mittel kann das auch in der breiteren Bevölkerung zu einem neuen Standard werden. Nachhaltigkeit bei Geld- und Kapitalanlagen geht weit über den Umweltaspekt hinaus.

Ökologie

Viele Menschen verbinden mit Nachhaltigkeit nur Umweltaspekte. Soziales und gute Unternehmensführung sind allerdings genauso entscheidend. In Firmen aus der Tabak- oder Alkoholindustrie zu investieren kommt nicht infrage. Genauso wenig sollten Gentechnik oder Glücksspiel in einem grünen Portfolio vertreten sein.

Auch der ESG-Score des Unternehmens oder der Anlage ist ein guter Anhaltspunkt. Nicht nur die Produkte der Unternehmen sind ausschlaggebend. Auch die internen Bemühungen zu Nachhaltigkeit zählen. Der Papier- und Wasserverbrauch im täglichen Betrieb kann bewusst verringert werden. Auch die Müllentsorgung beeinflusst den ESG-Score.

Soziales

Der soziale Aspekt der Nachhaltigkeit umfasst zum Beispiel soziales Engagement und ein Bewusstsein für die Belange Schwächerer. Die Sorgen und Bedürfnisse der Angestellten ernst zu nehmen und zu verbessern, spielt eine wichtige Rolle.

Unternehmensführung

Glückliche Mitarbeiter sind essenziell für ein gesundes und gut wirtschaftendes Unternehmen. Flexible und familienfreundliche Arbeitszeiten sowie Entgeldgleichheit erhalten ein gutes Arbeitsklima. Gesunde Mitarbeiter sind natürlich genauso wichtig. Sportangebote und finanzielle Zuschüsse sorgen dafür, dass sie auch gesund bleiben.

Die dritte Säule der Nachhaltigkeit ist eine gute Unternehmensführung. Die Interessen aller am Unternehmen beteiligten Parteien werden berücksichtigt. Ziel ist es, eine gute Balance zu finden. Standards und Richtlinien müssen stets beachtet werden. Die Risiken und Folgen einer  jeden Entscheidung sollten genau abgewägt werden.

Zur Qualitätssicherung sollten alle Mechanismen im Unternehmen einer ständigen Kontrolle unterliegen. So wird nachhaltig investieren transparent und zugänglich für jede(n) InvestorIn.

Wenn Du Interesse an nachhaltigen Anlagemöglichkeiten hast oder dein Portfolio grüner gestalten möchtest, kontaktiere uns gerne über mygreenfinance.de

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